Der gebürtige Hamburger hatte 2010 mit seiner anrührenden Ausreisser-Geschichte "Tschick" einen Überraschungserfolg gelandet. Inzwischen hat sich das Buch mehr als eine Million mal verkauft und wurde in 24 Sprachen übersetzt. 2012 erhielt er für seinen Roman "Sand" den renommierten Preis der Leipziger Buchmesse.

Schon damals konnte Wolfgang Herrndorf die Auszeichnung nicht mehr persönlich entgegennehmen. Er litt seit 2010 an einem bösartigen Gehirntumor und musste sich mehrfach operieren lassen.

Über seinen Kampf gegen die Krankheit berichtete er in dem Internetblog "Arbeit und Struktur". Die letzten Einträge zeugen auf erschütternde Weise von seinem Sprachverlust.

"Meine Freunde reden mit einem Zombie", schrieb er Anfang Juli. Und einige Tage später: "Niemand kommt an mich heran/bis an die Stunde meines Todes./Und auch dann wird niemand kommen./Nichts wird kommen, und es ist in meiner Hand."

Gestorben ist er schliesslich nicht am Krebs, wie seine Weggefährtin Kathrin Passig, am Dienstag auf Twitter mitteilte. "Er hat sich gestern in den späten Abendstunden am Ufer des Hohenzollernkanals erschossen."