Seelenleben

Schriftsteller Houellebecq leidet unter zu wenig Mutterliebe

Der Schriftsteller Michel Houellebecq gibt seiner Mutter die Schuld an seinen Problemen und Süchten: Sie gewährte ihm nicht genug Streicheleinheiten. (Archivbild)

Der Schriftsteller Michel Houellebecq gibt seiner Mutter die Schuld an seinen Problemen und Süchten: Sie gewährte ihm nicht genug Streicheleinheiten. (Archivbild)

Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq leidet bis heute darunter, dass ihn seine Mutter nie richtig lieb hatte. «Als ich ein Baby war, hat mich meine Mutter nicht genug in den Armen gewiegt und gestreichelt. Sie war einfach nicht zärtlich genug», meint er.

"Das erklärt alles weitere, meine Persönlichkeit, überhaupt die schmerzhaftesten Seiten", heisst es in einer Passage eines neuen Buchs, das auch Beiträge von Salman Rushdie, Julian Barnes und Rockstar Iggy Pop beinhaltet.

Houellebecq, der bei seinen Grosseltern aufwuchs, hatte seine Beziehung zu seiner Mutter, die er mal als "alte Schlampe von einer Mutter" bezeichnet hatte, bereits früher als schlecht beschrieben. In der Öffentlichkeit präsentiert er sich verwarlost, alkohol-, nikotin- und drogenabhängig.

Mit seinem Buch "Unterwerfung", das von einer künftigen Islamisierung Frankreichs erzählt und das sich nach den Anschlägen von Paris wie ein Menetekel ausnimmt, hatte Houellebecq eine heftige Debatte ausgelöst.

Der Roman wurde in Frankreich am 7. Januar 2015 veröffentlicht, just am selben Tag, an dem islamistische Attentäter in der Redaktion der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" ein Blutbad anrichteten und dabei auch einen der engsten Freunde Houellebecqs töteten.

"Ich habe mit all dem abgeschlossen", sagte Houellebecq nun mit Blick auf die Politik. "Ich denke, dass Gefühle das Wichtigste sind." In seinen Büchern gehe es meistens um Paare, die in ihren Partnerschaften nicht besonders erfolgreich und glücklich seien.

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