Dass dieses eigentlich unrealistisch positive Selbstbild schon unsere Vorfahren prägte, wird schon länger vermutet, wie der Online-Dienst wissenschaft.de schreibt. Laut Makiko Yamada vom National Institute of Radiological Science im japanischen Chiba und ihren Kollegen müsste sich dies somit auch in der Gehirnaktivität manifestieren.

In der Psychologie ist das Phänomen als "Überlegenheits-Illusion" bekannt. Eine positive Sicht in Bezug auf ihre eigenen Fähigkeiten, Persönlichkeit und Zukunft helfe Menschen dabei, nach neuen Zielen zu streben und Herausforderungen zu bewältigen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS). Andernfalls würden sie depressiv.

Die Forschenden untersuchten die Gehirnaktivität von 24 jungen Männern mittels funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) und Positronen-Emissions-Tomografie (PET). Währenddessen beurteilten die Testpersonen, ob sie eine Reihe von positiven oder negativen Eigenschaften besässen.

Es zeigte sich, dass bei Probanden, die sich als sehr überlegen einschätzten, zwei Hirnareale weniger stark verknüpft waren: Eines, das mit dem Selbstbild zusammenhängt, und ein Kontrollzentrum des Denkens.

Ein bisschen Grössenwahn ist gesund

Sei diese Verbindung geschwächt, was normalerweise der Fall ist, könne das Kontrollzentrum nicht mehr so stark regulierend eingreifen, schlussfolgern die Forschenden. Dadurch bekämen Impulse aus dem für das Selbstbild zuständigen Areal die Überhand - und damit auch die Neigung, sich übersteigert positiv zu sehen.

Die Forscher konnten aber auch nachweisen, dass es bei stark Depressiven anders war. Bei ihnen ist das Gleichgewicht eines Botenstoffs gestört, der die Kommunikation zwischen den Hirnarealen hemmt. "Diese Illusion zu besitzen ist wichtig für die psychische Gesundheit", folgern deshalb die Autoren.