Saisonauftakt am Theater St.Gallen: Mutter Natur sprengt den Rahmen

Erstmals eröffnet die Tanzkompanie die Spielzeit im Grossen Haus des Theaters St.Gallen. In ihrer Choreografie des Oratoriums «Die Jahreszeiten» von Joseph Haydn bringt Beate Vollack Sinnlichkeit und Musikalität mit Augenzwinkern auf die Bühne.

Bettina Kugler
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Die Jahreszeiten - Theater St. Gallen. (Bild: Ian Whalen)

Die Jahreszeiten - Theater St. Gallen. (Bild: Ian Whalen)

Dies ist ein Artikel der "Ostschweiz am Sonntag". Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Der Frühling kündigt sich am Ende noch einmal schwungvoll an: Ins Schlusstableau des Tanzstücks tragen die Arbeiter aus dem Museumsmagazin ein grossformatiges Gemälde, auf dem es üppig spriesst – Fragonards «Die Schaukel». So schliesst sich der Kreis der «Jahreszeiten» in der Choreografie von Beate Vollack, mit der gestern Abend die Spielzeit im Grossen Haus am Theater St. Gallen eröffnet worden ist. Das Bild passt zur Verve und Üppigkeit, mit der die Tanzkompanie und die drei Vokalsolisten (Sheida Damghani, Nik Kevin Koch, Martin Summer) zwei Stunden lang die Liebe zur Natur auf die Bühne bringen. Ausstatter Jon Morrell schöpft dabei aus dem Vollen: Die ständigen Kostümwechsel fordern auch hinter der Bühne Beweglichkeit und Tempo.

Natur als Bilderbogen und Klangmalerei

Beate Vollacks choreografische Fantasie schwärmt indoor ins Grüne aus: in einem Kunstmuseum. Sie inspiriert sich an Meisterwerken der Malerei und tritt in einen verschmitzten Dialog mit Joseph Haydn, dessen bekannte Porträts an den Seitenwänden hängen. Gelassen und wohlwollend sieht er von dort aus das Jahr vorbeiziehen. Und dürfte seine Freude haben an dem, was unter Leitung von Michael Balke aus dem Orchestergraben kommt.

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