Schweizer Filmpreis
Pubertätsdrama «Blue My Mind» gelingt Nominations-Rekord

An den Solothurner Filmtagen wurden die Nominierungen für den Schweizer Filmpreis 2018 bekannt gegeben. Der grosse Favorit heisst «Blue My Mind». Lisa Brühlmanns Film wurde in jeder Kategorie, die möglich war, nominiert.

Lory Roebuck
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«Blue My Mind» (mit Luna Wedler) wurde für sieben Schweizer Filmpreise nominiert.

«Blue My Mind» (mit Luna Wedler) wurde für sieben Schweizer Filmpreise nominiert.

Pressebild

Am 4. März wird in Zürich zum 21. Mal der Schweizer Filmpreis Quartz verliehen. Mit insgesamt sieben Nominierungen geht das Pubertätsdrama «Blue My Mind» als Favorit ins Rennen.

Die Marke von sieben Nominierungen haben in vergangenen Jahren zwar auch schon «Die göttliche Ordnung» (2017) und «Der Goalie bin ig» (2014) erreicht.

Doch «Blue My Mind» hat nun als erster Film das Kunststück fertiggebracht, in jeder möglichen Kategorie eine Nominierung einzufahren.

Das Spielfilmdebüt von Lisa Brühlmann ist als bester Schweizer Spielfilm des Jahres nominiert und misst sich in der Königskategorie mit «Dene wos guet geit» von Cyril Schäublin, «Il colore nascosto delle cose» von Silvio Soldini, «Mario» von Marcel Gisler sowie «Tiere» von Greg Zglinski.

«Blue My Mind» wurde ausserdem in den Kategorien beste Hauptdarstellerin (Luna Wedler), beste Darstellung in einer Nebenrolle (Zoë Pastelle Holthuizen), bestes Drehbuch (Lisa Brühlmann), beste Kamera, beste Montage und beste Filmmusik nominiert.

«Blue My Mind» erzählt die Geschichte der 15-jährigen Mia, die darunter leidet, wie stark sich ihr Körper verändert. Und die sich wegen dieses Kontrollverlusts in eine exzessive Lebensweise stürzt – inklusive Drogen, wilden Partys und Sex.

Der Film gewann bereits am Zurich Film Festival drei Preise und trug Lisa Brühlmann letzte Woche am wichtigsten deutschsprachigen Nachwuchsfestival Max Ophüls Preis die Auszeichnung für die beste Regie ein.

Hauptdarstellerin Luna Wedler, Regisseurin Lisa Brühlmann und Nebendarstellerin Zoë Pastelle Holthuizen (von links nach rechts) dürfen sich alle über eine Nomination freuen.

Hauptdarstellerin Luna Wedler, Regisseurin Lisa Brühlmann und Nebendarstellerin Zoë Pastelle Holthuizen (von links nach rechts) dürfen sich alle über eine Nomination freuen.

Keystone/Benjamin Brandt

Brühlmanns Hauptdarstellerin Luna Wedler konkurriert um den Darstellerpreis mit Newcomerin Loane Balthasar («Sarah joue un loup-garou») sowie mit Monica Gubser. Die 87-jährige Zürcherin spielt in Rolf Lyssys Film «Die letzte Pointe» eine Frau, die für ein selbstbestimmtes Ende kämpft, bevor sie auf der Demenzstation landet.

Den Quartz für die beste männliche Hauptrolle machen Max Hubacher («Mario»), Stefan Kurt («Papa Moll») und Sven Schelker («Goliath») unter sich aus.

Auf Darstellerpreise für die beste Nebenrolle dürfen neben Holthuizen auch Jessy Moravec («Mario») und Mona Petri («Tiere») hoffen – wie schon letztes Jahr drei Frauen in dieser an sich geschlechtsunspezifischen Kategorie.

Das Bundesamt für Kultur hat im Rahmen der Solothurner Filmtage, wo die Nominierungen gestern Abend bekannt gegeben wurden, angekündigt, die Kategorien beim Schweizer Filmpreis auf 2019 hin überdenken zu wollen.

Die vollständige Liste aller Nominierten:

Bester Spielfilm

- «Blue My Mind» (Lisa Brühlmann)

- «Dene wos guet geit» (Cyril Schäublin)

- «Il colore nascosto delle cose» (S. Soldini)

- «Mario» (Marcel Gisler)

- «Tiere» (Greg Zglinski)

Bester Dokumentarfilm

- «A Long Way Home» (Luc Schaedler)

- «Almost There» (Jacqueline Zünd)

- «Avant la fin de l’été» (Maryam Goormaghtigh)

- «Das Kongo Tribunal» (Milo Rau)

- «L’opéra de Paris» (Jean-Stephan Bron)

Beste Darstellerin

- Loane Balthasar («Sarah joue un loup-garou»)

- Monica Gubser («Die letzte Pointe»)

- Luna Wedler («Blue My Mind»)

Bester Darsteller

- Max Hubacher («Mario»)

- Stefan Kurt («Papa Moll»)

- Sven Schelker («Goliath»)

Beste Darstellung in einer Nebenrolle

- Jessy Moravec («Mario»)

- Zoë Pastelle Holthuizen («Blue My Mind»)

- Mona Petri («Tiere»)

Bester Kurzfilm

- «En la boca» (Matteo Gariglio)

- «Facing Mecca» (Jan-Eric Mack)

- «Ins Holz» (Corina Schwingruber Ilić, Thomas Horat)

- «Rakijada» (Nikola Ilić)

- «Rewind Forward» (Justin Stoneham)

Bester Animationsfilm

- «Airport» (Michaela Müller)

- «In a Nutshell» (Fabio Friedli)

- «Le fil d’Ariane» (Claude Luyet)

Bestes Drehbuch

- «Blue My Mind» (Lisa Brühlmann)

- «Mario» (Marcel Gisler, Thomas Hess)

- «Vakuum» (Christine Repond)

Beste Filmmusik

- «Blue My Mind» (Thomas Kuratli)

- «Das Kongo Tribunal» (Marcel Vaid)

- «Die kleine Hexe» (Diego Baldenweg, Lionel Vincent Baldenweg, Nora Baldenweg)

Beste Kamera

- «Blue My Mind» (Gabriel Lobos)

- «Köhlernächte» (Pio Corradi)

- «Tiere» (Piotr Jaxa)

Beste Montage

- «Almost There» (Gion-Reto Killias)

- «Blue My Mind» (Noemi Preiswerk)

- «Papa Moll» (Kaya Inan)

Bester Abschlussfilm

- «Ma Yan Chan - Waves of Transition» (Jonas Scheu)

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