In Osteuropa ist es Tradition, dass Männer an Ostern ihre Frauen mit einer Rute schlagen. Zusätzlich werden sie mit Wasser oder Parfüm besprüht. Damit soll die Gesundheit und Schönheit der Frauen im kommenden Jahr bewahrt werden. Im Gegenzug erhalten die Männer für ihre Prügel ein Osterei oder sogar einen kleinen Geldbetrag.

Ein paar Schläge mit der Birkenrute sind aber harmlos im Vergleich zur Selbstkreuzigung, wie sie in der Karwoche auf den Philippinen praktiziert wird. Gläubige lassen sich nach dem Vorbild Jesu ans Kreuz binden oder sogar nageln. Auf ihrem Kreuzweg werden sie dabei wie einst Jesus von Passanten geschlagen und getreten. Selbst der Vatikan spricht sich gegen diese brutale Form der Busse aus.

Tote Heringe und nordische Stammestrottel

Fröhlicher geht es da an der «Easter Parade» in New York zu, einem farbenfrohen Umzug durch die 5th Avenue. Weiter südlich - in Mexiko - dauern die Festlichkeiten ganze zwei Wochen und beinhalten die Verbrennung des Judas, der Jesus an die Römer verraten hat. In Irland hingegen werden zu Ostern Heringe begraben und damit die Fastenzeit symbolisch beendet. Daneben finden auf den Strassen Tanzwettbewerbe statt.

In Norwegen wandern die Menschen über Ostern in die verschneiten Berge, quasi in Erinnerung an den «Stammestrottel», der angeblich am Ende der letzten Eiszeit hinter den schwindenden Gletschern herlief und irgendwann in Norwegen endete.

Spinatkuchen und Innereien-Suppe

Traditionelle Speisen spielen an Ostern eine zentrale Rolle. Während hierzulande unzählige Schoggihasen dran glauben müssen, essen die Italiener ihre «Torta di Pasquetta», ein salziger Kuchen mit Eiern und Spinat. In Griechenland kommt zum Osterfest eine leckere Suppe aus Lamm-Innereien auf den Tisch.

In vielen Gegenden ist es ausserdem üblich, die Osterspeisen segnen zu lassen, bevor sie gegessen werden.

Auch bei der Farbe der Ostereier gibt es Unterschiede. In christlich-orthodoxen Ländern werden die Eier traditionell nur in Rot bemalt. Am kunstvollsten verziert sind sie in Deutschland und Osteuropa. Vor dem Färben werden die Eier mit Ornamenten aus flüssigem Wachs verziert.

Obszöne Sprüche von der Kanzel

Einige Osterbräuche sind mittlerweile aber ausgestorben. Ein Beispiel dafür ist das Osterlachen. Dabei musste der Pfarrer früher seine Gemeinde in der Osterpredigt zum Lachen bringen, wenn es sein musste auch mit obszönen Sprüchen.

Auch bringt nicht überall der Hase die Ostereier. In Nordrhein-Westfalen legt sie der Fuchs, in Thüringen der Storch und in Böhmen der Hahn ins Osternest.