Das temporäre Theaterhaus auf dem Julierpass, der knapp 2300 Meter über Meer liegt, soll sich dem Welttheater widmen, die Jahreszeiten bespielen und den Hochgebirgspass als Ort der Kultur neu interpretieren, wie Origen am Samstag mitteilte. Ein an Neujahr präsentiertes Entwurfsmodell zeigt laut Origen einen "oktogonalen, sonnendurchfluteten Raum, der Tageszeit und Jahreszyklen spiegelt - und den Dialog zwischen Natur und Kultur neu definiert".

Origen hat den Julierpass bereits 2010 bespielt. Mit der "Königin von Saba" initiierten die Theatermacher eine Reihe von Freilichtspielen, unter anderem am Staudamm von Marmorera, auf der Klosterwiese von Müstair oder in der winterlichen Seenlandschaft des Oberengadins.

Ein Sonnentempel

Das Juliertheater ist gemäss Beschreibung von Origen ein Sonnentempel. Das Tageslicht gestalte den Raum. Nachts erhelle natürliches Feuer die Szenerie.

Der Julierpass sei immer ein Ort von intensiver kultureller, kultischer Prägung gewesen, wird Origen-Intendant Netzer zitiert. Origen wolle diese Tradition weiterführen und den Pass neu interpretieren - "als einen Ort menschlicher Urerfahrung".