Kultur

Open-Air-Kino einmal anders: Zwei Luzerner bringen das Film-Erlebnis nach Hause in den Garten

Ein sympathisches und fachkundiges Luzerner Duo lanciert gartenkino.ch. Ob daraus dereinst ein thematisches Wochenende oder ein kleines Festival wird, schliessen Fabian Biasio und Astrid Sauerteig nicht aus.

Es steckt noch in den Kinderschuhen, das Gartenkino. Die Luzerner Fabian Biasio und Astrid Sauerteig sind Nachbarn. Ein Fotograf und Filmemacher («Sub Jayega – Die Suche nach dem Palliative-Care-Paradies») und eine Filmliebhaberin, die mit ihrem Angebot eine Lücke füllen wollen.

© Pressedienst

Es ist eine Corona-Idee, die aus dem Gedanken heraus entstanden ist, dass es dieses Jahr kein Open-Air-Kino gibt. Glücklicherweise findet dieses ja nun doch statt. Das Gartenkino auch, denn die Lücke bleibt. Biasio und Sauerteig wollen das Freiluftkino dezentralisieren. Klein, aber fein soll es sein, ob privat bei jemandem zu Hause im Garten, auf der (Dach-)Terrasse oder in Zusammenarbeit mit einem Quartierverein. «Es geht uns darum, dass die Leute zusammenkommen, um sich gemeinsam einen Film anzu­sehen», sagt Biasio. Die Philosophie hinter ihrem Konzept: «Jeder kann Kino machen!» So sind sie Veranstalter und Dienstleister in einem. Und sie dachten sich:

Test auf dem Dach bei 30 km/h Wind

Stand heute, fehlt ihnen noch etwas die Flexibilität. Die Leinwand ist vier mal sechs Meter gross, es braucht also schon Platz: Das Publikum sollte zehn Meter Distanz zur Leinwand haben, um Bild und Panorama ideal wahrnehmen zu können. Sind es doch die Atmosphäre drumherum und der Nacht­himmel, die das Kinoerlebnis draussen speziell machen. Aber vielleicht besorgen sich die Veranstalter auch noch eine kleinere Leinwand.

© Bilder: PD

Vor gut einer Woche fand mit «The Blues Brothers» der erste Test statt. Die Leinwand hat den Belastungstest bestanden – auf dem Dach der Siedlung Gütschhöhe in Luzern, bei einer Windgeschwindigkeit von 30 km/h. Die Soundanlage sowieso. «Die Tongeschichte hatte uns ein wenig Kopfschmerzen bereitet», erklärt Biasio. «Guter Ton ist bei einer Filmprojektion das A und O, speziell draussen.» Für die Top-Soundanlage sei etwas mehr als nur das Weihnachtsgeld der Mütter draufgegangen.

© CH Media

«Ab dem 21. Juni werden die Tage wieder kürzer», sagt Astrid Sauerteig. Momentan könne man nicht vor 22 Uhr starten. Das ist wichtig zu wissen: Wenn man das Gartenkino zu sich nach Hause holen will, müssen auch die Nachbarn mitspielen.

© CH Media

Gibt es denn so etwas wie eine Filmliste? Bis jetzt nicht, kann man aber machen, meinen die beiden. «Alles ist noch im Entstehen», sagt Sauerteig. Die Rechte an «Moskau Einfach!» haben sie schon mal, und Fabian Biasio hat Kontakte zu Schweizer Filmemachern: «Neue Block­buster wird man aber sicher nicht auf der Liste finden.»

Thematisches Outdoor­-Filmwochenende

Dass sie dereinst ein thematisches Wochenende oder ein kleines Festival durchführen werden, mit einem richtigen Programm und über mehrere Tage, schliessen sie nicht aus. Die ersten Schritte sind getan: Das Material haben sie beisammen, der Test-Event verlief erfolgreich. Jetzt wollen sie weitere Locations abklären, denn in erster Linie sehen sie sich als Veranstalter. Man kann ihr Material aber auch mieten, inklusive Service und Fachwissen – sie wollen der Kundschaft verschiedene Packages anbieten.

Fabian Biasio und Astrid Sauerteig sind mit Leidenschaft dabei, und man bestellt sie gerne zu sich nach Hause. Sobald wie möglich möchten wir selber ihre Hilfeleistung in Anspruch nehmen. In einem begrenzten Rahmen von sieben bis zehn Personen gilt das als Privatanlass, und man kann den Film selber auf Blu-ray besorgen. Sonst muss man sich die Filmrechte beschaffen oder das ans Gartenkino-­Team abgeben. Hier lesen Sie dann, wie’s war. Jetzt muss erst mal das Wetter wieder bessern.

Meistgesehen

Artboard 1