Kultur

Neues Oropax-Programm: Konstantes Chaos und spontaner Witz

Thomas Martins frisiert als Andrew Gyn seinen Bruder Volker bei der Premiere von «Testsieger am Scheitel.».

Thomas Martins frisiert als Andrew Gyn seinen Bruder Volker bei der Premiere von «Testsieger am Scheitel.».

Das Comedyduo Oropax überzeugt bei seinem neuen Programm «Testsieger am Scheitel.» mit neuen und altbekannten Charakteren.

Zugegeben, perfekt verläuft die Schweizer Premiere des neuen Stücks von Oropax am Dienstagabend im Casinotheater Winterthur nicht. Der Laubbläser voller Tennisbälle will nicht anspringen, Teile der Kulisse brechen in sich zusammen, die Nasenhaare fallen aus ihren Löchern. Welche Misstritte geplant sind und welche nicht, wird nicht immer klar. Doch das spielt keine Rolle, darüber kann das Publikum hinwegschauen. Volker und Thomas Martins können sich aus jeder Situation retten, machen aus jeder Panne einen neuen Witz.

Dabei dürfen altbekannte Figuren aus dem Oropax-Repertoire im neuen Programm «Testsieger am Scheitel.» nicht fehlen: Besonders lautes Gelächter wandert durch den Saal, als Thomas Martins mit einem «Hallo hallo, ich bin oin Mönch» auf die Bühne tritt.

Doch für das Programm «Testsieger am Scheitel.» - der Punkt erweitert den Programmtitel spielerisch zum «Scheitelpunkt» - haben sich die Brüder auch neue Charaktere ausgedacht. Da gibt es Andrew Gyn, der Coiffeur, der die misslungene Haartransplantation zu retten versucht und die Glatze von Volker Martins mit Haargel und Federn versieht.

Weiter lernen die Zuschauer den Geh-Heim-Agenten Pinski, die kahlköpfige GmbHaar und den Malheur-Maler kennen. Die Brüder jonglieren mit Worten und Bedeutungen und benutzen die Violine, sie ist ja schliesslich ein Streichinstrument, um ein Brot mit Frischkäse zu bestreichen. Mit dem Publikum zeigen sie ihre Spontanität: So beispielsweise mit Zuschauer Ernst, er ist Elektroingenieur. Thomas Martins will von dessen Begleitung wissen, ob ihr Mann denn ein Mehrfachstecker sei.

Der mit der Glatze ist nicht der Doofe

Durch den Abend zieht sich eine Konstante: das Chaos. In jeder Nummer ist es präsent. Ebenfalls gleich wie in anderen Stücken ist in «Testsieger am Scheitel.» die Rollenverteilung. Es gibt einen Doofen und einen mit Glatze. Das Konzept wird durchgezogen: Während Thomas Martins als flauschiger Biber auf die Bühne tritt, ist Volker das ledrige Pendant zum pelzigen Nager. Das Publikum soll auch im Kostüm erkennen können, wer der Schlaue ist.

Auch, wenn das ganze Chaos ab und an vom Geschehen auf der Bühne ablenkt, schafft es das Duo, die Aufmerksamkeit der Zuschauer bei sich zu behalten. Denn das nächste Wortspiel kommt bestimmt – und das will keiner verpassen.

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