Das kommt uns spanisch vor; oder doch eher chinesisch? In den Strassen Pekings versuchen sich Menschen am Schweizer Klassiker «Ds Totemügerli». Und tatsächlich: Wer die Augen schliesst, erkennt ab und zu das eine oder andere berndeutsche Wort. Wie aber hat es Franz Hohlers Kurzgeschichte auf die Strassen Pekings geschafft?

Der Schweizer Journalist und Filmemacher, Piet Baumgartner reiste im Mai dieses Jahres für zehn Tage nach Peking, um dort Freunde zu besuchen. Er wollte seine Reise filmisch festhalten, doch ein klassisches Ferienvideo wäre zu einfach gewesen für einen Filmer.

Da kam ihm die Idee, das «Totemügerli» der chinesischen Bevölkerung näher zu bringen. «Ich war mir anfangs nicht sicher, ob das überhaupt funktioniert», sagt Baumgartner.

Das Original: Franz Hohler erzählt «Ds Totemügerli»

Das Original: Franz Hohler erzählt «Ds Totemügerli»

Seine gute Freundin Tanya König, die in Peking lebt und sowohl schweizerdeutsch als auch chinesisch spricht, hatte ihre Freunde angerufen und ihnen das Vorhaben des Schweizers erklärt. Alle hätten sofort zugesagt, ohne genau zu wissen, auf was sie sich einliessen.

Die Teilnehmer sind beruflich in verschiedenen Bereichen tätig. Zwei von ihnen sind Schauspielschüler, jemand arbeitet für einen Autokonzern und andere studieren.

Egal ob Ukrainisch oder Schweizerdeutsch

Die Personen erhielten Kopfhörer mit der Geschichte oder den Text vom «Totemügerli» und probierten den berndeutschen Dialekt so gut wie möglich nachzusprechen. Piet Baumgartner meint: «Schlussendlich war es egal, ob das nun ukrainisch oder Franz Hohlers Geheimsprache war - verstanden haben sie es so oder so nicht».

Witzig und unterhaltsam ist das Resultat aber allemal geworden und wir Schweizer hätten wahrscheinlich genau dieselben Probleme, mit der chinesischen Sprache - wenn nicht noch grössere. (jgr)