Musikpreise
Stephan Eicher gewinnt den Schweizer Grand Prix Musik

Das Bundesamts für Kultur (BAK) ehrt den renommierten Berner Popmusiker mit 100'000 Franken. Eicher ist aktuell unterwegs auf einer spektakulären Floss-Tour durch die Schweiz.

Stefan Künzli
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Grosse Ehre für den Musiker Stephan Eicher.

Grosse Ehre für den Musiker Stephan Eicher.

Ullstein Bild Dtl. / ullstein bild

«Als kosmopolitischer Chansonnier lässt der Schweizer Musiker seine Worte und Melodien um die Welt reisen», schreibt das Bundesamt für Kultur (BAK) in seiner Begründung. Der Grand Prix Musik ist der höchstdotierte Musikpreis der Schweiz.

Meistens singt er französisch oder Bärndeutsch, aber auch englisch. Angefangen hat Stefan Eicher aber 1980 mit der Neuen Deutschen Welle und hochdeutschen Lieder in der Band Grauzone. Stephan Eicher ist der Kosmopolit unter den Schweizer Popmusikern und einer der wenigen, die dies- und jenseits des Röschtigrabens eine Anhängerschaft findet. Dazu ist er auch in Frankreich und Belgien ein gefeierter Star. Er wohnt seit Jahren mit seiner Familie in Südfrankreich.

Eicher ist seit mehr als 40 Jahren unterwegs und ist immer wieder mit speziellen Projekten aufgefallen. Derzeit ist er mit dem Freiluftbühnenprojekt «Das Floss der Unnötigen» beschäftigt, das im Lavaux-Gebiet startet. «Wir haben ein Floss gezimmert und die Segel gesetzt, um zu Ihnen zu reisen und musizieren zu können», teilt er mit, «dabei riskieren wir viel und wissen noch nicht genau, wo uns die Reise hinführt. Fakt ist: Wir haben etwa ein Dutzend magische und überraschende Orte in der ganzen Schweiz ausgesucht und haben eine mobile Bühne, Musik, Liebenswürdigkeiten und diverse Überraschungen im Gepäck». Ausgangspunkt der Floss-Tour ist ein Weingut in der Region Lavaux, wo das Konzept mit einer Kapazität von 40 Personen getestet wird. Die Konzerte in der Lavaux und in Sion sind ausverkauft, die Konzertdaten werden aber fortlaufend aktualisiert. «Wir möchten aber dieses Jahr gern alle Regionen der Schweiz mit unserem Floss besuchen», sagt Eicher weiter.

2009 hat Eicher schon den Kunstpreis der Stadt Zürich erhalten. Vor zwei Jahren feierte er sein 40-jähriges Bühnenjubiläum und wurde bei den Swiss Music Awards für sein Lebenswerk geehrt.

Musikpreis für Metal-Pionier Tom Gabriel Fischer

Gleichzeitig mit dem Grand Prix zeichnet das BAK jährlich herausragende und innovative Schweizer Musikschaffende mit dem Schweizer Musikpreis aus, der mit je 25000 Franken dotiert ist. Zu den Preisträgern gehören der Zürcher Pionier Tom Gabriel Fischer, der mit seinen Bands Hellhammer, Celtic Frost und Triptykon Metal-Geschichte geschrieben hat. Der Thurgauer Musikproduzent Roli Mosimann (The Young Gods, Jojo Mayer’s Nerve), der Luzerner Gitarrist Manuel Troller (Luzern), Mitglied der Band Schnellertollermeier, der an seinem zweiten Solo-Album arbeitet und in der Gessnerallee derzeit ein das musikalische Abenteuer «Wild Things» aufführt. Der Aarauer Komponist und musikalische Leisetreter Jürg Frey, dessen neues Werk «Anonymous Melodies» in Tel Aviv uraufgeführt wird. Der Jazz-Posaunist Nils Wogram, der aktuell die Premiere mit seinem neuen Ensemble «Muse» vorbereitet. Dazu der Basler Klangarchäologe und Musiker Conrad Steinmann.

Die Preisverleihung findet am 17. September erstmals im LAC in Lugano im Rahmen des LongLake Festivals und in Anwesenheit von Alain Berset statt.

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