Noch am 10. Juni mussten Gaga und Bennett ein Konzert in London in letzter Minute absagen. Für das Konzert in Montreux habe man aber keine Signale erhalten, dass der 88-Jährige nicht spielen könne, sagte am Freitag Mathieu Jaton, Direktor des Montreux Jazz, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Ein anderes Sorgenkind ist der diesjährige Grammy-Abräumer Sam Smith. Dieser musste sich Mitte Mai unters Messer legen, nachdem Ärzte eine Blutung auf seinen Stimmbändern entdeckt hatten.

Darauf verlor er kurzzeitig seine Stimme, teilte jedoch seinen Fans Anfang Juni via Instagram mit, dass er wieder sprechen könne. Auch beim britischen Sänger gibt sich Jaton zuversichtlich.

Mit den Vorverkäufen ist der Festival-Direktor zufrieden. Sie bewegten sich im normalen Rahmen und entwickelten sich eher besser als in den vergangenen Jahren.

Letzte Chance Abendkasse

Trotz der zwölf als ausverkauft deklarierten Konzerten besteht noch Hoffnung für Fans, die leer ausgegangen sind. Das Montreux Jazz verkauft an der Abendkasse jeweils immer noch rund 100 Billetts. Ansonsten bleiben die 300 Gratis-Konzerte des Montreux "off".

Die Aufbauten seien gut vorangekommen, auch dank des guten Wetters, sagte Mathieu Jaton. Man hoffe, dass das Sommerwetter bleibe. Im vergangenen Jahr schrieb das Montreux Jazz wegen des historisch schlechten Wetters gar rote Zahlen.

Das Montreux Jazz wird am 3. Juli mit den Konzerten von Emeli Sandé und John Legend eröffnet. Zur 49. Ausgabe werden unter anderem Portishead, Mary J. Blige und Damien Rice erwartet, die erstmals an der Waadtländer Riviera auftreten.

Das Auditorium Stravinski steht ganz im Zeichen aussergewöhnlicher Duos. So betreten die Pianisten Chick Corea und Herbie Hancock 36 Jahre nach dem letzten gemeinsamen Auftritt in Montreux zusammen die Bühne. Auch die beiden Brasilianer Gilberto Gil und Caetano Veloso geben zusammen ein Konzert.

Hommagen an Paco de Lucía und B.B. King

Den Abschluss des 49. Montreux Jazz Festivals bildet ein Abend zu Ehren des verstorbenen spanischen Flamenco-Gitarristen Paco de Lucía. Die Musikwelt musste Mitte Mai von einem weiteren ganz grossen Musiker Abschied nehmen, der Montreux 20 Mal beehrt hatte: der Blueslegende B.B. King.

Weil das Programm zu diesem Zeitpunkt schon gesetzt war, konnte keine offizielle Hommage mehr für ihn organisiert werden. Es werde wohl bei den Konzerten der vielen Blues-Musiker zu Hommagen kommen, sagte Jaton.

Am Festivalgelände werden zudem Bilder an ihn erinnern. Der Direktor schliesst nicht aus, dass dem Blues-Musiker später ein spezieller Abend gewidmet wird.