Am diesjährigen Jazzaar Festival in Aarau wurde das Werk «The Unseen Hand» von Fritz Renold und Helene Savary mit dem Swiss Youth World Music Ensemble am Jazzaar uraufgeführt. Jetzt ist das mit religiösen Texten versehene Werk für Jazz-Orchester und Gospel-Chor gleich in zehn Kategorien auf die sogenannte «Entry List» für die Grammy Awards gesetzt worden. Die amerikanischen Grammy Awards sind die bedeutendsten Preise der Musikindustrie und das Pendant zu den Oscars beim Film. Die «Entry List» entspricht der «Longlist» bei den Oscars.

Die Grammys werden in einem mehrstufigen Auswahlverfahren gewählt. Jährlich werden über 30 000 Produktionen angehört, die von einer «Academy» aus renommierten Musikern, Produzenten und Aufnahmeleitern zunächst auf die «Entry Lists» der 103 Kategorien gesetzt werden. Aus diesen «Entry Lists» nominiert die «Academy» die fünf Besten. Die Abstimmungen sind jetzt im Gang und werden am 30. November bekannt gegeben.

Die Produktionen von Jazzaar sind in den letzten Jahren immer wieder auf den «Entry Lists» aufgetaucht. «Unseen Hand» hat mit seinen eingängigen, hymnischen Melodien und den tanzbaren Rhythmen eine ungemein positive und ansteckende Wirkung. Trotzdem war der musikalische Leiter von Jazzaar, Fritz Renold, überrascht, dass es diesmal gleich zu zehn Nennungen gereicht hat. Die Chancen auf eine Nomination in den Hauptkategorien «Song Of The Year» (mit dem Song «When I Am Weak»), «Record of The Year» und «Album of The Year» schätzt Renold allerdings als sehr gering ein. Zu lang sind hier die Listen mit jeweils über 1000 Nennungen.

Ein schöner Erfolg und eine Bestätigung für die geleistete Arbeit in Aarau sind die Nennungen trotzdem. Denn für Nicht-Amerikaner ist es sehr schwer, sich in den uramerikanischen Kategorien Jazz und Blues durchzusetzen. Das gilt in diesem Jahr für Keyboarder Etienne Stadwijk und Bassist Kay Eckhardt, die in der Kategorie «Best Improvised Jazz Solo» genannt wurden sowie für Jamshied Sharifi und Bob Freedman für ihre Arrangements.

Neben Jazzaar haben es erst Philipp Fankhauser und Peter Schärli in Jazz- oder Blues-Kategorien auf die «Entry List» geschafft. Renold kam dabei einer Nomination am nächsten, als er vor sechs Jahren in der Kategorie «Best Jazz Composition» auf Rang 6 landete.

Chancen in der Nebenkategorie

Besser stehen die Chancen in den Nebenkategorien. In solchen Nebenkategorien resultierten auch die bisher einzigen Schweizer Grammy-Siege. Andreas Vollenweider gewann 1986 in der Kategorie Best New Age Album und Marcel Cellier 1990 für die Produktion des Albums «Le Mystère des Voix Bulgares, Vol. II» mit dem Frauenchor des bulgarischen Staatsfernsehens. In einer solchen Nebenkategorie, für das «Best Contemporary Christian Music Album» ist auch «Unseen Hand» aufgeführt. Mit intakten Chancen. Denn hier ist die Konkurrenz mit insgesamt gut 100 Nennungen vergleichsweise klein.

Wer aus der Academy die jüngste Jazzaar-Produktion auf die Entry List gesetzt hat, weiss Renold nicht. «Das Abstimmungsverfahren ist streng geheim», sagt er. Klar ist aber, dass Renold durch die Zusammenarbeit mit vielen amerikanischen Jazzmusikern beste Verbindungen in die USA unterhält.

Renold & Savary The Unseen Hand, Live At Jazzaar Festival 2013 - Aarau, Switzerland. Music & Lyrics by Fritz Renold & Helene Savary, CD Baby.