Was haben moderne Rapmusik und elegante Klassik gemeinsam? – Und wie lassen sich die schnelle Wortakrobatik mit dem vielstimmigen Chor vereinen? Eine Antwort darauf haben die Gründer des Cross-over-Projekts «The Power of Musick – Baroque meets Rap». Der Berner Rapper Greis steht zusammen mit dem Aargauer Chor Pro Musical Vocal und dem G.F. Händel-Chor aus Luzern auf der Bühne. So sind nicht nur viele Kantone, sondern auch die unterschiedlichsten Musikstile vertreten.

The Power Of Musick 1

The Power Of Musick 1

«Wir lassen Rap und Barockmusik aufeinanderprallen, um so die Fronten zu brechen», erzählt der Dirigent Pirmin Lang. Dafür hat der Schweizer Komponist Stefan Hodel die Cäcilienoden Händels und Purcells ineinander verwoben. Wobei der Zuhörer in dem neuen Stück Händel und Purcell nicht mehr voneinander unterscheiden soll, so Lang.

The Power Of Musick 2

The Power Of Musick 2

Intelligente Texte

Schnell sei Hodel klar gewesen, dass er unbedingt einen Rapper in das Werk integrieren möchte. Die Wahl fiel auf den Berner Musiker Greis. «Er ist einer, der noch auf intelligente Texte Wert legt», sagt Lang. Ein wichtiger Aspekt, da es dann auch die Aufgabe des Rappers gewesen war, die gesamte Musik mit einer Textgrundlage anzureichern.

Neben den offensichtlichen Unterschieden zwischen Barockmusik und Rap fanden Hodel und Greis auch die eine oder andere Gemeinsamkeit. «Das barocke Rezitativ ist mit seinen rhythmischen, schnellen Texten dem heutigen Sprechgesang ziemlich ähnlich», sagt Lang. «Wir haben uns dann auch gefragt, was für Musik Georg Friedrich Händel in der heutigen Zeit schreiben würde».

Lang, der sowohl Pro Musical Vocal, wie auch den G.F. Händel-Chor leitet, ist es wichtig, dass an den klassischen Konzerten nicht immer nur dieselben Werke gespielt werden, sondern ein Dialog mit den modernen Musikstilen entsteht.

Greis überrascht mit viel Herzblut

Die Zusammenarbeit mit Greis hat Lang überrascht. «Greis hatte grossen Respekt vor der Aufgabe, da er sich mit der klassischen Musik nicht so gut auskennt», erzählt der Dirigent. Trotzdem sei der Rapper mit viel Herzblut und Offenheit an das Projekt herangegangen, sodass eine enge Freundschaft zwischen dem Komponisten, Greis und Lang entstanden sei. «Greis war sich für nichts zu schade – was mich sehr beeindruckt hat», lobt Lang.

Wie die Zuschauer auf das Cross-over-Projekt reagieren werden, kann er noch nicht abschätzen, doch sei das Publikum aussergewöhnliche Konzerte von ihm gewohnt, so Lang. «Da ist meine Handschrift zu sehen.»

Aarau Kultur- und Kongresshaus, Sa., 12. Januar, 19.30 Uhr. Vorverkauf: www.pro-musica-vocale.ch / www.haendel-chor.ch.