Open Air

«Über Gagen reden wir nicht»: Das Tension-Festival strebt weiteren Publikumsrekord an

Ein Feuerwerk für Technoliebhaber: Die Tension-Party im Joggeli wird immer grösser und bedeutender.

Ein Feuerwerk für Technoliebhaber: Die Tension-Party im Joggeli wird immer grösser und bedeutender.

Das Tension-Festival lockt am Montag mit namhaften DJs wie Richie Hawtin und Fritz Kalkbrenner.

Das Tension Festival geht in seinem siebten Jahr baden. Das ist nicht verflixt, sondern Absicht – und bereits zum zweiten Mal Tatsache: Aufgrund der Umbauarbeiten rund um die Joggelihalle mussten die Veranstalter des grössten regionalen Elektronik-Open-Airs 2016 ausweichen, vom Parkplatz in die nahe gelegene Badi. Im hinteren Bereich des Gartenbads St. Jakob wird das Technofest auch in diesem Jahr wieder durchgeführt.

Für Sebastian Schmidt, Mitbegründer von Tension und Inhaber der gleichnamigen GmbH, haben sich die Dislokationen als Glücksfall erwiesen, wie er sagt. Denn als er mit dem damaligen Programmteam von «Das Schiff» im Basler Hafen erstmals eine Tanznacht unter freiem Himmel durchführte, war der Besucheransturm gross, die Kapazitäten allerdings begrenzt. Nach der Premiere 2011 fanden bereits über 2700 Besucher den Weg zum Festival, das 2013 nach einem Konzeptwechsel der Schiff-Besitzer gezwungen war, umzuziehen. In den Folgejahren tanzten die Besucher auf dem Asphalt zu St. Jakob.

Im Gartenbad erwarten die Besucher nicht nur ein weitläufigeres Gelände, sondern auch ein charmanteres als auf dem St. Jakob-Parkplatz. «Die Rückmeldungen nach der letztjährigen Ausgabe waren sehr positiv», sagt Schmidt. «Die Leute schätzten es, auf dem Rasen tanzen zu können, das Setting in der Natur kam sehr gut an.»

Publikumsrekord in Sicht

Gesteigert wurden in den vergangenen Jahren nicht nur die Kapazitäten, auch das Programm des Techno-Events wirft immer höhere Wellen: Mit Sven Väth, Dixon oder Monika Kruse standen 2016 äusserst renommierte Namen auf der Affiche. Mit insgesamt 4000 Gästen verzeichnete das Tension-Team einen weiteren Publikumsrekord.

Den möchte man am Montag gleich wieder knacken – und mit Blick auf die Wetterprognosen und das Line-up scheint das durchaus realistisch zu sein. Mit Richie Hawtin präsentiert Tension einen der prominentesten Vertreter des Detroit-Techno. Hawtin (47) hat die elektronische Musik seit den frühen 90er-Jahren geprägt und ist nach wie vor ein begehrter Act in den grossen Clubs dieser Welt.

Fast ein Jahr lang waren die Tension-Macher an Hawtin dran, bis sie die vertragliche Zusage in Händen hielten. Was kostet sie das Engagement dieser Techno-Legende? «Über Gagen reden wir nicht», sagt Schmidt. Das Gesamtbudget des Anlasses sei mittlerweile sechsstellig, ist ihm immerhin zu entlocken, die Gagen würden dabei den grössten Teil ausmachen. Glaubt man gerne, zumal mit den deutschen Produzenten Fritz Kalkbrenner und Chris Liebing zwei weitere grosse Namen auf dem Programm stehen. Ehe diese mit ihren Sets, die an die zwei Stunden dauern werden, das Bad beschallen, wird bereits zur Mittagshitze auf den Rave eingestimmt: mit Jan Blomqvist und Marek Hemmann. Und obwohl der Open-Air-Teil des Anlasses zeitlich limitiert ist, wird nach Mitternacht im Viertel und im Borderline Club weitergetanzt, bis in den Morgen hinein.

Nebst der räumlichen Expansion erwartet die Besucher auch kulinarisch mehr als in den vergangenen Jahren, vom Burgerstand bis zum Flammenkuchen. «Wir möchten das Festival kontinuierlich weiterentwickeln, aber nicht überborden und keineswegs seine Existenz riskieren», sagt Schmidt zum steten Wachstum. Und lässt nebenbei durchblicken, dass man damit liebäugle, im nächsten Jahr eine zweite Bühne aufzustellen. Doch das ist noch Zukunftsmusik.

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