«Gross ist die Zahl der Mundartchansons, die Bernhard Stirnemann hinterlässt. Einige davon werden wohl auch noch in vielen Jahren in Schulstuben landauf, landab erklingen», schreibt Christoph Hoigné, der Leiter des Kulturlokals La Capella, wo die Troubadours in den letzten Jahren über 100 Konzerte gaben.

Stirnemann gehörte zusammen mit Mani Matter zu den Troubadours der ersten Stunde. «Mys Käthi schmöckt nach Schoggola» war eines seiner bekanntesten Lieder.

In den 1950-er Jahren unternahm Stirnemann erste Chanson- Versuche. «Wahrscheinlich gleichzeitig mit Mani Matter, aber ganz bestimmt unabhängig von ihm», steht auf der offiziellen Homepage der Troubadours. Als sich die beiden kennenlernten, hatten sie bereits eigene Chancons und ein eigenes Publikum.

Lehrer, Regisseur, Schauspieler, Sozialdemokrat

1966/67 traten die Troubadours erstmals in der Besetzung mit Mani Matter, Ruedi Krebs, Bernhard Stirnemann, Jacob Stickelberger, Markus Traber und Fritz Widmer auf. 1972 kam Mani Matter bei einem Autounfall ums Leben.

In den kommenden Jahren präsentierten die Troubadours immer wieder neue Programme, so etwa 2004 unter dem Titel «Nöis vo de Alte» oder 2009 mit «'s het, so lang 's het». Bei allen gemeinsamen Auftritten der Berner Sänger war Stirnemann immer der Letzte auf der Bühne, erinnert sich Hoigné.

Im vergangenen Jahr starben kurz nacheinander Fritz Widmer und Markus Traber.

Stirnemann war nicht nur Liedermacher, sondern auch Schauspieler, Regisseur, Lehrer und Politiker. Von 1961 bis 1982 leitete Stirnemann sein eigenes Theater «Die Rampe» in Bern. Im Berner Stadt- und später auch im Kantonsparlament widmete sich der Sozialdemokrat insbesondere kulturpolitischen Themen.