Robbie elegant. Mit Frack, weissem Hemd, weisser Fliege und schwarzen Lackschuhen tänzelt er über die runde Vorbühne. Er setzt sein verschmitztes, spitzbübisches Lachen auf - und hat die die 13000 Zuschauer im ausverkauften Hallenstadion schon um den Finger gewickelt. Das Bühnenbild zeigt eine Art Ballsaal auf drei Ebenen. Dort verteilen sich Band, Bläser und Tänzer. Alle sind im Look der 30er-Jahre gekleidet.

«Have you seen the Rolling Stones», fragt er und parodiert Mick Jagger mit spastischen Bewegungen.

Sonst bleibt er in der Vergangenheit. In jener Zeit, als Swing und Bigbands die Showszene beherrschten. Es ist auch ein Tribut an das legendäre Rat Pack, an sein grosses Vorbild Frank Sinatra. Oder noch passender an Dean Martin und dessen selbstironische Art. Prompt singt Williams die Superschnulze «That's Amore», die Dean Martin in den 50er-Jahren berühmt gemacht hat und inszeniert dazu gleich eine Hochzeit mit einer (spontan?) aus dem Publikum geangelten Cristina aus Milano. Robbie, der listige Heiratsschwindler.

(Quelle: youtube.com/HDconcertsAustria)

Robbie Williams heiratet zu «That's Amore» weiblichen Fan aus dem Publikum in Wien

Die Show ist geprägt von Ironie und vor allem Selbstironie. Auch in «Swing Both Ways», wo er mit Homo-Sexualität kokettiert. Robbie darf das. Oder in «I Wanna Be Like You», dem Song aus dem Dschungelbuch, wo er sich mit aufgesetzen Schimpansenohren zum Affen macht - und doch nicht peinlich wirkt. Robbie kann das.

Die wenigsten Songs stammen aus dem Williams-Repertoire. Robbie interpretiert Jazz-Standards, Broadway-Schinken, Musical-Schnulzen und verswingt im zweiten Act vor allem Pop-Songs. Robbie schäkert mit den weiblichen Fans, lässt die Puppen tanzen, die Step-Tänzer steppen und den rührenden Kinderchor aus Olten lautstark singen. Er gibt sich familiär, singt mit seinem Vater und für seine Tochter.

«Swing Both Ways» ist beste, ja grossartige Unterhaltung im Geiste von Frank Sinatra. Er singt «New York, New York» sowie «My Way» und weiss dabei ganz genau, dass er gesanglich seinem grossen amerikanischen Vorbild nie das Wasser reichen kann. Aber als Entertainer ist er mindestens so gut. Da macht ihm so schnell niemand etwas vor.

Das Zusatzkonzert vom Dienstag im Hallenstadion ist ausverkauft.