Eurovision Song Contest
Solothurner Kandidaten der ESC-Ausscheidung im Kreuzverhör

Die SF-Casting für den Eurovision Song Contest ist im vollen Gang. Das Publikum der Final-Show wird den Schweizer Star für Baku auswählen. Auch zwei Solothurner Kandidaten stehen m Rampenlicht: Raphael Jeger und die Band Macy.

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Raphael Jeger

Raphael Jeger

Zur Verfügung gestellt

«Ein Plattenvertrag bei EMI Köln, ein Sieg bei SwissTop bei den Schweizer Radios, der 3. Platz bei ‹Superstar› auf 3+ und trotzdem noch kein Durchbruch? Das kann doch nicht sein», schreibt Raphael Jeger auf seiner Facebook-Seite.

Aufzufallen ist Pflicht

Er hat schon beträchtliche Erfolge erzielt, der grosse Triumph ist ihm aber noch nicht gelungen. Mit dem Eurovision Song Contest nimmt er einen erneuten Anlauf, um dieses Ziel zu erreichen. «Nachdem Schweizer Abschneiden der letzten Jahre, werde ich sicher super abschneiden», sagt Jeger im Interview mit der az.

«Am Eurovision Song Contest funktioniert nichts zweimal hintereinander», weiss er. Sein Titel «The Song In My Head» sei deshalb etwas Neues. Modern, aber mit «klassischen Elementen», beschreibt ihn Jeger. Dies reiche am ESC aber leider nicht, sagt er. Man müsse auffallen, aus der Masse der Künstler herausstechen. «Das war auch das Problem von Anna Rossinelli in diesem Jahr. Ihr Auftritt war süss, aber sie verankerte sich nicht in den Köpfen der Zuschauer.», weiss er.

Schlafmangel

Eigentlich wollte sich Jeger zuerst mit einem anderen Song anmelden. Doch nur sieben Wochen vor der Frist geisterte ihm die Melodie von «The Song In My Head» im Kopf herum. «Es war so extrem, dass ich nicht mehr schlafen konnte», erzählt er.

Mitten in der Nacht brachte er seine Gedanken schliesslich auf Papier. Und nahm den Song auf. Band wie auch Produzent waren begeistert. Jeger schafft es nur knapp, den Song sowie ein Video bis zur Anmeldefrist zu produzieren. Er ist überzeugt, dass sein Titel für die Schweiz der richtige ist und verspricht: Immer wieder werde in Baku «And twelve points go to...SWITZERLAND!» durch die Lautsprecher dröhnen.

Keine Brust-OP für Aufmerksamkeit

Für die Final-Show werde, neben dem Song, auch das Umfeld der 14 Künstler eine grosse Rolle spielen, glaubt Jeger. «Aus diesem Grund sind Fabienne Louves und Lys Assia für mich auch die klaren Favoriten. Hinter diesen Künstlern arbeitet eine riesige Promo-Maschinerie. Als unbekannter Sänger hat man es da schwer.»

Auch wenn eine grössere Plattform sicher gut wäre, werde er sich keiner Brust-OP unterziehen um mehr Aufmerksamkeit zu erhaschen, erklärt er. Stattdessen rühre er die Werbetrommeln im Internet und auf der Strasse. «Mit meiner Band habe ich schon zahlreiche Strassenkonzerte durchgeführt. Das ist eher mein Stil.»

Macy mit Shinning

Macy wurde 2007 von Songschreiber Cyril Mauderli gegründet. Nach einigen Konzerten beschlossen die vier Jungs ein erstes Album aufzunehmen. Das Album «Calling Out» entstand und Macy ging erstmals auf Tour, um ihre noch junge Karriere anzukurbeln.

Chancen stehen 1 zu 14

«Wir werden sehr reduziert auftreten am 10. Dezember was die Requisiten angeht. Wir wollen uns selbst bleiben, daher gibt es einen schlichten Auftritt mit dem Song im Zentrum.», sagt die Band im Interview. Ihre «Echtheit» sei ihnen enorm wichtig.Die Chancen in der Ausscheidungs-Show zu gewinnen, sehen die Jungs realistisch: «Unsere Chancen stehen 1 zu 14.»

Wie Raphael Jeger denken auch die Macys, dass am Eurovision Song Contest der Song nicht entscheidend ist: «Primär zählt die Show.»

Auch der altbekannten Kritik am ESC schliesst sich die Band an. «Es ist ein Punkte hin- und herschieben zwischen Nachbarländer, daran besteht kein Zweifel. Von diesem Standpunkt gesehen, haben wir als Schweizer fast keine Chance. Wir würden natürlich trotzdem alles geben, weil wir an den Sieg für die Schweiz dennoch glauben»

Ihrer Meinung nach ist Fabienne Louves Favoritin für die Final-Show des Schweizer Fernsehens. «Bekannte Künstler könnten einen Vorteil haben, doch auch Newcomer haben Chancen, wie dies Anna Rossinelli letztes Jahr bewiesen hat.» (cht)

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