Tipp der Woche

Sie tragen einen grossen Namen – Frauenpower aus den Südstaaten mit Larkin Poe

Die Schwestern Rebecca (27) und Megan Lovell (29) aus Georgia.

Die Schwestern Rebecca (27) und Megan Lovell (29) aus Georgia.

Kein Witz: Die Schwestern Rebecca (27) und Megan Lovell (29) aus Georgia sind tatsächlich die Ur-Ur-Ur-Enkelinnen von Edgar Allen Poe, dem Urvater der Horrorliteratur. Mit dem Bandnamen Larkin Poe beziehen sie sich zwar auf ihren berühmten Vorfahren, gruselig klingt ihre Musik aber überhaupt nicht. Vielmehr haben die Schwestern vor 14 Jahren zu dritt, als Lovell Sisters, mit Bluegrass und Country begonnen und knackten regelmässig die Charts.

Als die fiedelnde Schwester vor neun Jahren ausstieg, wandten sich Rebecca und Megan Lovell dem zupackenderen Roots- und Bluesrock zu. «Venom & Faith» («Gift und Glaube») ist bereits das vierte Album der Schwestern.

Sie haben ein ausgeprägtes Traditionsbewusstsein und würdigen die musikalischen Wurzeln der Südstaaten. Sie nudeln aber nicht in ausgetretenen Pfaden, sondern schreiben neue Kapitel zum Bestehenden. Bestes Beispiel ist der Eröffnungssong «Sometimes» der Gospelsängerin Bessie Jones. Larkin Poe packen den einstigen A-cappella-Song in ein brillantes Brassarrangement und transportieren ihn ins Hier und Heute. Andernorts sind Hip-Hop-Anleihen hörbar. Bei aller Traditionspflege bleibt die Musik überraschend, selbstbewusst und aktuell. Tradition ohne Retro-Nostalgie. Kein Wunder, gehören Bob Seger, Elvis Costello und T Bone Burnett zu den grössten Förderern der Südstaaten-Girls. Larkin Poe gehört die Zukunft. 

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