Festival-Bilanz

Schlankeres Konzertprogramm steigert am Lucerne Festival Auslastung

Einer der Publikumslieblinge am Lucerne Festival, Claudio Abbado (Archivaufnahme)

Einer der Publikumslieblinge am Lucerne Festival, Claudio Abbado (Archivaufnahme)

Das Lucerne Festival im Sommer hat die Auslastung gegenüber dem Vorjahr um 3 auf 90 Prozent erhöht. Insgesamt wurden die 113 Veranstaltungen von 75'000 Personen besucht. Im nächsten Jahr feiert das Festival sein 75-jähriges Bestehen unter dem Motto «Revolution».

Das Lucerne Festival wird am Samstagabend mit einem Konzert der Wiener Philharmoniker unter Bernard Haitink abgeschlossen. Am Freitag zog Intendant Michael Haefliger Bilanz über das Festival unter dem Leitmotiv "Glaube": "Wir dürfen sehr zufrieden sein."

Im vergangenen Jahr war das Lucerne Festival an die Limite gestossen. Die Besucherzahl war rückläufig, die Auslastung sank auf 87 (2010: 93) Prozent. Michael Haefliger zog die Konsequenzen und reduzierte unter anderem die Zahl der Sinfoniekonzerte von 35 auf 30.

Zwar ging nun die Besucherzahl von 95'200 auf rund 75'000 zurück. Bei den 68 (80) Konzerten mit Billetverkauf wurden rund 65'000 (72'500) Personen gezählt. Positiv wirkte sich die Konzentration aber auf die Auslastung aus. Sie stieg von 87 auf 90 Prozent. 21 Konzerte waren ausverkauft. Insgesamt gab es acht Uraufführungen.

Schwerpunkte waren wiederum das Lucerne Festival Orchestra unter Claudio Abbado und die Lucerne Festival Academy unter Pierre Boulez. Weiter sei in diesem Jahr die Moderne stärker denn je im Konzertsaal präsent gewesen, so Haefliger.

Akzente setzten insbesondere die composer-in-residence Sofia Gubaidulina und Philippe Manoury sowie der artiste-étoile, der Dirigent Andris Nelsons mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra. Ungefähr 10'000 Besucher kamen zu den kostenlosen Rahmenveranstaltungen. Knapp 500 Schüler und Studenten nutzten das Angebot für ermässigte Konzertkarten.

Jubiläumsfestival 2013 noch kompakter

Michael Haefliger führt den Konzentrationsprozess auch 2013 weiter, obwohl das Festival sein 75-jähriges Bestehen feiern wird. Erstreckte sich das Festival in letzten letzten Jahren jeweils über fünfeinhalb Wochen, so sind es im kommenden Jahr noch gut vier Wochen (16. August bis 15. September).

Haefliger betont aber, dass es nicht um eine Sparübung gehe. Das Budget werde nicht gekürzt, sondern aus Anlass des Jubiläums gar erhöht. Auch an der Qualität würden keine Abstriche gemacht. Das Festival werde einfach kompakter.

"Revolution" ist das Thema der Ausgabe 2013. Als einen Höhepunkt kündete Haefliger am Freitag die erstmalige konzertante Aufführung des gesamten "Ring"-Zyklus' von Wagner an. Zudem werden die zehnjährigen Jubiläen des Festival Orchestras und der Festival Academy gefeiert.

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