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Royal Blood: Dieses Duo ist der Retter des britischen Rock

Royal Blood - I Only Lie When I Love You (Official Video)

Royal Blood - I Only Lie When I Love You (Official Video)

Royal Blood: Ben Thatcher (29) und Mike Kerr (28) aus Brighton.

Ben Thatcher und Mike Kerr aus der Küstenstadt Brighton sind Royal Blood – und damit das Rock-Duo der Stunde. Mit ihrem neuen Album, «How Did We Get So Dark?», rollen die beiden Freunde die Rockwelt zum zweiten Mal auf.

«Zwischen uns beiden existiert eine Chemie, die einzigartig ist», sagt Sänger/Bassist Mike Kerr (28), und Schlagzeuger Ben Thatcher (29) ergänzt: «So eine enge Freundschaft ist etwas, das viele Bands nicht haben.» «Wir kennen uns, seit wir zehn Jahre alt waren», erinnert sich Ben an die Anfänge, «wir sind zwar komplett verschieden, aber wir lachen über dieselben Sachen und haben ähnliche Interessen.» In der Nähe von Brighton aufgewachsen, leben die beiden bis heute in der musikalisch sehr quirligen Küstenstadt.

Der Anfang vor vier Jahren war zäh. Das Blatt wendete sich rasant, als das Management der Arctic Monkeys auf Ben und Mike aufmerksam wurde. Das erste Album, «Royal Blood», setzte sich in Grossbritannien gleich an die Chartspitze. Plötzlich spielt das Duo mit den Foo Fighters und mit Metallica. Jimmy Page von Led Zeppelin sagte, dass Royal Blood eine lang nicht gehörte Frische in die Rockmusik brächten.

Spotify-Playlist: Royal Blood - How Did We Get So Dark

Mike und Ben sind mit ihrem kernigen und erdigen Bluesrock, mit ihrer energetischen, frenetischen und lauten Musik so etwas wie die versehentlichen Retter des britischen Rock ’n’ Roll. «Als Jimmy Page meinte ‹ihr macht das gut, Jungs›, war das für uns wie eine offizielle Ehrung. Er reichte den Stab quasi an uns weiter. Und tatsächlich gibt es ja kaum junge Bands, die solch harte, schön knallende Rockmusik machen wie wir. Das meiste, wie Bastille oder The 1975, ist ja eher Pop.»

Auf ihrem neuen Album schaffen sie es erneut, mit kleiner Besetzung riesengross zu klingen. Wie genau sie das hinbekommen, darüber schweigen sie sich lächelnd aus. «Manche unserer Tricks sind geheim, aber man kann sagen, dass es ganz schön komplex ist, unsere Musik zu spielen.» Musikalisch passiert an allen Ecken und Enden etwas, die Songs treiben den Schweiss auf die Stirn des Hörers.

Reinhören in einige Songs von Royal Blood auf Soundcloud

Schon lange klang Rockmusik nicht mehr so packend und mitreissend. Und dass Mike Kerr ein grosser Michael-Jackson-Fan war, kommt den oft fein ausgearbeiteten Melodien zugute. «Wir haben unsere Werkzeuge ein wenig geschärft», sagt Mike. «Das erste Album sollte unseren Sound etablieren, das zweite jetzt soll explodieren.» Ihre Musik haben sie in ihrem kleinen Proberaum in Brighton geschrieben, sie waren aber auch in Nashville und Los Angeles, um aufzunehmen und «den Horizont zu erweitern».

Royal Blood sind ein wenig White Stripes, viel Led Zeppelin, ordentlich Foo Fighters, ein Hauch Michael Jackson: Der Sound ist vielschichtiger, als man beim ersten Hören des knallig-direkten Albums denkt. Wenn Mike Kerr und Ben Thatcher die Zukunft des Rock sind, dann brauchen wir uns um den Zustand des Genres nicht zumehr sorgen.

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