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Robbie Williams: «Mein Gehirn verwandelte sich in einen Emmentaler»

Robbie Williams swingt wieder.

Robbie Williams swingt wieder.

Seit seiner Krise Ende der 00er-Jahre ist der britische Superstar so fleissig wie nie. Kaum ein Jahr nach «Take The Crown» präsentiert er schon wieder ein Album. Auf «Swing Both Ways» kehrt er zum Swing und zu Song-Schreiber Guy Chambers zurück.

Robbie Williams aktueller Fleiss ist die Folge eines Versprechens, das er sich selber gemacht hat, sagt Williams zur «Schweiz am Sonntag»: «Vor fünf Jahren trat ich heimlich in den Ruhestand. Die Folge war, dass ich in eine tiefe Lethargie versank. Ich paffte nur noch Gras, jagte UFOs, mampfte Chips und schaute Reality-TV-Shows. Mein Gehirn verwandelte sich in einen Emmentaler.»

Ein Gelöbnis abgelegt

Es sei für ihn immer schwieriger geworden, sich aus dem Sofa zu erheben. Er habe aufgehört, als Person zu existieren: «Ich hatte all dieses Geld und musste nicht mehr arbeiten. Da stellt man sich eines Tages die Frage: Wer bin ich eigentlich?» Robbie kam zum Schluss, dass er nicht wirklich der Typ ist, der Gras raucht und UFOs jagt. «Ich legte vor vier Jahren das Gelöbnis ab, dass ich nie wieder so auf dem Sofa versacken würde.»

Mit «Swings Both Ways» kehrt Williams zu seinen Solo-Anfängen zurück: Die Hälfte der Lieder hat er zusammen mit Guy Chambers komponiert – dem Mann, der seinem Solo-Debüt «Life Thru a Lense» den Schliff verpasste, der ihm auf Anhieb Erfolg und Respekt eintrug und ihn zum Superstar machte. «Wir hatten immer vor, wieder zusammenzukommen», sagt Williams. «Damals machte es mich fertig, dass rundum alles glaubte, mein Album sei ganz das Werk von Guy und hätte nichts mit mir zu tun. Meiner geistigen Gesundheit zuliebe musste ich weg von ihm. Aber es war nie als eine ewige Trennung gedacht.»

Dankbar übers Live-Publikum

Wie sieht ein Superstar wie er, der alles und noch viel mehr erreicht hat, seine Zukunft? «Jetzt, wo das Tonträgergeschäft implodiert ist, bin ich unglaublich dankbar, dass ich noch ein Live-Publikum habe,» sagt Williams. «Ich kann nur hoffen, dass dieses Publikum meine neuen Songs hören will, egal ob ich 39, 59 oder 69 Jahre alt bin. Und ich hoffe, dass es mir gelingt, in meine Musik immer wieder eine neue Farbe hineinzubringen, damit es auch für mich selber nicht langweilig wird.»

Immer wieder spüre er Erbarmen mit den armen Würstchen, die achtzehn Monate lang die gleiche Musical-Rolle spielen müssten. Und Williams glaubt zu wissen: «Verdammt, ich spiele Robbie Williams bis zum fucking Ende!»

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