Interview
Rapper B.o.B:«Ich will schauen, wie die Schweizer Ladys drauf sind»

Hip-Hop Shootingstar B.o.B. ist dieses Wochenende zum ersten Mal live in der Schweiz zu sehen. Neben einem Aufritt im kleinen Rahmen an der Energy Live Session in Basel, wird er sich am Touch the Air in Wohlen einer grösseren Masse präsentieren.

Reinhold Hönle
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Überflieger B.o.B. erobert mit seinem zweiten Album, «Strange Clouds», den Musikmarkt.Chris Phelps

Überflieger B.o.B. erobert mit seinem zweiten Album, «Strange Clouds», den Musikmarkt.Chris Phelps

Im Videoclip zur Single «So Good» sind Sie ein Weltreisender. Wo wa-ren Sie in Wirklichkeit schon?

B.o.B.: Ich mag Norwegen, wo ich gerade herkomme, England und Japan. Es gibt noch viele Orte, die ich abklappern möchte – und wo ich schauen will, wie die Ladys dort drauf sind ...

Wie ist Ihr Eindruck von Zürich?

Ich bin gerade angekommen und sehe, rieche und berühre dieses Land und seine Menschen zum ersten Mal. Was mir schon aufgefallen ist: Die Strassen sind sehr sauber und es ist sehr viel los.

Touch the Air 2012
10 Bilder
 Wu-Tang Clan und B.O.B.
 Bushido - hier bei einem Auftritt in Frauenfeld
 Talib Kweli
 Clifford Smith alias Method Man der amerikanischen Hip-Hop Band Wu Tang Clan
 B.O.B., in unseren Breitengraden vor allem bekannt durch den Song «Airplanes» mit Hayley Williams.
 Redman
 Boot Camp Clik
 Peter Fox
 Putbull

Touch the Air 2012

Keystone

Wie würden Sie Ihre Heimatstadt Atlanta beschreiben, die wir vor allem durch Coca-Cola und von den Olympischen Spielen 1996 kennen?

Ich war damals acht Jahre alt und erinnere mich nur noch, dass bei uns dauernd der TV gelaufen ist. Für mich ist Atlanta jedoch vor allem mein musikalischer «Brutkasten».

Wer waren Ihre Vorbilder?

Als Teenager hörte ich DMX und Eminem. Wenn ich auch nicht jeden Song verstand, so fühlte ich mich mit ihnen doch verbunden.

Wann haben Sie gemerkt, dass die Musik für Sie mehr ist als nur ein Hobby?

Ich war etwa 13. Aber damals hatte ich Hemmungen, das offen zu bekennen, denn die Reaktion der Leute wäre sicher gewesen: «Klar, wie 10000 andere auch ...» Ich habe mich jedoch so in diesen Gedanken verliebt, dass «unsere Beziehung» alle Höhen und Tiefen überstanden hat!

2011 gehörten Sie mit NBA-Star Derrick Rose und David Beckham zu den Aushängeschildern einer Adidas-Werbekampagne. Was hat Ihnen das bedeutet?

Da ich kein angefressener Fan bin, war es für mich nicht so speziell. Ich denke jedoch, dass es eine Verbindung zwischen Musikern und Sportlern gibt: Talent allein reicht nicht. Es braucht viel Ehrgeiz und eine starke Motivation, wenn du es bis an die Spitze schaffen willst.

Musste man Sie nicht sogar bremsen?

Als meine Leistungen im letzten Highschool-Jahr zu wünschen übrig liessen, weil es mir wichtiger war, einen Plattenvertrag zu bekommen, sagte mein Manager zu mir: «Wir können nachts an Open-Mic-Veranstaltungen teilnehmen und es richtig krachen lassen. Ich will jedoch, dass du dich tagsüber in der Schule noch einmal richtig reinhängst und deinen Abschluss machst.»

Viele Rapper schreiben nur ihre Texte. Wann haben Sie erkannt, dass es wichtig ist, auch komponieren zu können?

Das war ein schrittweiser, natürlicher Wachstumsprozess, da ich schon früh um Musiker und Instrumente herum war. Als ich später mehr Gitarre und Keyboards spielte und ausser zu rappen auch zu singen begann, konnte ich meine erste CD, «The Adventures Of Bobby Ray», überwiegend selbst produzieren.

Weshalb laden Sie trotzdem immer einige prominente Gaststars ein?

Meistens suche ich Künstler, deren Stil meine Musik kontrastiert und wo die Zusammenarbeit meinen Horizont erweitert.

Wie kam es zu Ihrem Duett mit Countrypop-Star Taylor Swift?

Sie ist ein grosser Hip-Hop-Fan und hat mich an ihr Konzert in Atlanta eingeladen. Da ich verhindert war, flog ich nach Dallas, um ihr die Ballade vorzuspielen. Sie war begeistert und hat sofort zugesagt.

Wie entstand «Strange Clouds»?

Als ich den Beat hatte, begann ich zu rappen, und als der Hook fertig war, suchte ich nach dem passenden Partner. Lil Wayne hat die Strophe zwar total umgekrempelt, aber mir gefiel das Lied danach so gut, dass ich die Platte nach ihm benannte.

Welche «seltsamen Wolken» meinen Sie?

Der Titel kann verschieden interpretiert werden. Es kann sich um ein unidentifizierbares Objekt am Himmel handeln, die Verschmelzung von Musik und Text oder Nebenprodukte einer Entspannungsaktivität auf der Basis von Pflanzen ...

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