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Norwegisches Comeback: «a-ha ist unser Schicksal»

Vor fünf Jahren sollte eigentlich Schluss sein mit der norwegischen Pop-Legende a-ha. Jetzt ist «Cast In Steel», das Comeback-Album, da.

Steffen Rüth
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Subtil gealtert: Magne Furuholmen (53), Morten Harket (55) und Paul Waaktaar-Savoy (53, v.l.) von der norwegischen Band a-ha.universal

Subtil gealtert: Magne Furuholmen (53), Morten Harket (55) und Paul Waaktaar-Savoy (53, v.l.) von der norwegischen Band a-ha.universal

Universal Music

Magne Furuholmen (53), Morten Harket (55) und Paul Waaktaar-Savoy (53), die drei von a-ha, zusammen beim Interview: Das hat es seit Menschengedenken nicht gegeben. Norwegens erfolgreichste Popmusiker aller Zeiten sind subtil gealtert und scheinen sich blendend zu verstehen. Vor 30 Jahren haben sie mit «Take on me» einen Welthit und mit dem Video Musikgeschichte geschrieben.

Sie treffen sich ausserhalb von a-ha-Aktivitäten nicht oft, oder?

Morten Harket: Nein, wir hängen tatsächlich nicht miteinander ab. Das haben wir auch früher nie getan. Wir führten immer schon drei komplett separate Leben.

Paul Waaktaar-Savoy: Wir haben total unterschiedliche Interessen und Hobbys. Was uns verbindet, das ist a-ha.

Harket: Wir schätzen uns. Der Geist dieser Band war immer intakt, und unsere professionelle Freundschaft ebenfalls. Wir fühlen uns wirklich gerade sehr wohl miteinander.

Als Sie vor fünf Jahren das Ende verkündeten, dachten alle, es sei wirklich vorbei.

Harket: Wir dachten das wirklich auch. Ich verstehe aber nicht, warum sich die Leute so schwer damit tun, dass wir zurück sind. Die Trennung war echt und war notwendig für uns, wir wollten andere Erfahrungen sammeln und neue Möglichkeiten ausprobieren. Aus meiner Sicht hat uns die Pause gutgetan. Wir haben alle an die Trennung geglaubt. Und unser Comeback jetzt ist genauso echt.

Wie kam es dazu? Ein Anruf? Ein Mail?

Waaktaar-Savoy: Es war ein softer Start, und er ging von mir aus. Ich komponiere immer noch Musik, ich kann nicht anders. Lebensgenuss heisst für mich: Songs schreiben, und so fragte ich Morten irgendwann, ob er sich mal ein paar Lieder anschauen möchte, um vielleicht zu gucken, wie er die für sich stimmlich einschätzt. Wichtig war: kein Druck, kein Stress.

Was ist das eigentlich für ein besonderer Geist, der diese Band so einzigartig macht?

Magne Furuholmen: a-ha ist ein sehr, sehr starkes Gefühl, ein dicker Strang in unserer jeweiligen DNA. Zu dritt erreichen wir etwas, dass wir alleine nicht zu erreichen imstande sind.

Harket: Ich glaube, a-ha ist ein Organismus, der längst sein Eigenleben hat. Wir drei haben vor 30 Jahren etwas in die Welt gesetzt, und wir haben es dort gelassen. a-ha lebt jenseits von uns dreien, dieses Ding hat seinen eigenen Charakter. Wir sind in gewisser Weise seine Pfleger. Wir sorgen dafür, dass es a-ha gut geht.

Furuholmen: a-ha ist unser Schicksal. Wir können so schnell laufen, wie wir wollen, der Schatten von a-ha folgt uns stets und holt uns immer wieder ein.

Ist «Cast in Steel» ein typisches a-ha-Album?

Waaktaar-Savoy: Was ist «typisch a-ha»? a-ha bedeutet: an erster Stelle Melodien, dann der Rest: Mortens Stimme, die Synthesizer, die Gitarre.

Die Single «Under the Make-Up» hört sich so zeitlos an, dass sie auch 20 oder 30 Jahre alt sein könnte.

Harket: Ich halte das Lied für ziemlich perfekt. Das ist ein Song wie «Hunting High and Low», nur drei Jahrzehnte später. Was im Musikbusiness sonst los ist, das ist dem Song scheissegal. Ich bin stolz, Teil eines solchen Songs zu sein.

«Forest Fire» klingt nach «Take on me»?

Furuholmen: (Lacht.) Das war Absicht. Wir wollten «Take on me» zurückklauen. Vor ein paar Jahren haben The Strokes eine Nummer gemacht, die «One Way Trigger» heisst und in der sie heftig abgekupfert haben, sie spielen sogar dieselbe Akkordstruktur. Das haben wir nicht auf uns sitzenlassen und «Take on me» quasi wieder entrissen.

Und wann ist die nächste Bandpause?

Harket: 2015 und 2016 stehen ganz im Zeichen von a-ha. Es wird grossartig, das kann ich versprechen. Das Comeback ist aber zunächst begrenzt. Was ab 2017 kommt, wissen wir noch nicht. Wir schliessen nichts aus und haben nichts geplant.

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