2016 jährt sich der Todestag Arthur Louriés zum 50. Mal. Doch wer war eigentlich dieser Komponist, dessen Werke so kunstvoll zwischen lyrischen Melodien und modernen Elementen changiert? «Arthur Lourié war ein Musiker und Komponist, der in drei Welten gelebt hat», sagt Stefan Hulliger, künstlerischer Leiter der Internationalen Musiktage Arthur Lourié. «Er ist in St. Petersburg gross geworden, hat Russland während der Revolutionszeit erlebt, Frankreich vor dem Zweiten Weltkrieg, und Amerika im Kalten Krieg.» Eine typisch jüdische Biografie im 20. Jahrhundert also – aber eine, die musikalische Folgen hatte.

Louriés Nachlass liegt in Basel

«Lourié hat keine Heimat», sagt Hulliger. «Keines der Länder, in denen er gelebt hat, hat sich für sein Werk eingesetzt.» Ausser die Schweiz, genauer gesagt: Basel. Die Paul Sacher Stiftung hat grosse Teile seines Nachlasses angekauft. Und hier hat die Arthur Lourié Gesellschaft ihren Sitz – seit nunmehr zehn Jahren. «Wir wollen ihm ein Haus geben», sagt Stefan Hulliger.

Zu ihrem zehnjährigen Jubiläum präsentieren die Internationalen Musiktage Arthur Lourié seine erfolgreichsten Kammermusikwerke (1. 11.) und zwei Uraufführungen (2. 11.): Ein Werk für Frauenstimmen auf Gedichte von Anna Achmatova und ein neues Werk der Schweizer Komponistin Regina Irman.

Doch warum gibt es Uraufführungen von einem Komponisten, der in diesem Jahr seinen 50. Todestag feiert? «Bedeutende Künstler wie Gidon Kremer haben sich der Werke für Streicher angenommen; der Pianist Moritz Ernst präsentiert am Samstag Abend bei uns seine Gesamteinspielung der Klavierwerke von Lourié. Aber die vielen Vokalwerke, etwa die wundervollen Kompositionen für Frauenstimmen, sind über die Jahre in Vergessenheit geraten», so Hulliger. «Denen möchten wir hier in Basel ein Forum geben.»

Gedenkkonzert: 12.10., 19 Uhr, Zunftsaal Schmiedenhof, Rümelinsplatz 4, Basel, 19 Uhr. Weitere Konzerte: 1. & 2. 11., 20 Uhr, Gare du Nord. www.lourie.ch