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Michael Bublé: «An Weihnachten legt bei mir ein DJ auf»

Michael Bublé: «Santa Claus Is Coming To Town»

Michael Bublé: «Santa Claus Is Coming To Town»

Michael Bublé (36) hofft, mit seiner neuen CD «Christmas» in die Fussstapfen von Bing Crosby treten zu können - und er erklärt, wie er die Weihnachtsfeiertage verbringen wird.

Wurde bei Ihnen unter dem Weihnachtsbaum gesungen?

Michael Bublé:Ja, gerne und viel. Manchmal nervte ich meine jüngeren Schwestern, weil sie immer die zweite Stimme singen mussten.

Welches Weihnachtslied weckt bei Ihnen die stärksten Kindheitserinnerungen?

«I’ll Be Home for Christmas», «White Christmas» – ehrlich gesagt: Es gab bei uns zu Hause nur eine Platte mit Weihnachtsliedern, und zwar die von Bing Crosby. Sie wurde Anfang November aufgelegt und lief dann die ganze Advents- und Weihnachtszeit bis zum 26. Dezember!

Was bedeutet Ihnen Weihnachten?

Ich liebe dieses Fest, denn es gibt nur diese eine Zeit im Jahr, in der man sich Sentimentalität erlauben darf. Diese Songs versetzen mich in meine Kindheit zurück und erinnern an die einfachen, wundervollen Weihnachtsfeiern im Kreise meiner Familie, die mir sehr viel bedeutet. Da steckte so viel Aufrichtigkeit und Reinheit drin!

Wie kam die ungewöhnliche Duett-Version von «White Christmas« mit Shania Twain zustande?

Ich wollte diese Platte schon seit vielen Jahren machen, habe jedoch bewusst gewartet, bis ich im Musikbusiness etabliert genug war, um es mir erlauben zu können, eigene Entscheidungen zu fällen. Als ich im Studio mit meinen Produzenten David Foster, Bob Rock und Humberto Gatica zusammensass, habe ich ihnen meine Vorstellungen betreffend dieser «White Christmas»-Fassung sehr konkret mitgeteilt.

Und wie sahen diese aus?

Ich bediente mich einer Version der Drifters aus dem Film «Home Alone» («Kevin – Allein zu Haus»). Wenn man genau hinhört, merkt man, dass ich sie schlicht und ergreifend geklaut habe. Ich gebe zu, dass ich das Lied nur in ein Duett transformiert, wohlklingende Hörner hinzugefügt und das Arrangement etwas abgewandelt habe. Es ist eigentlich eine Hommage an die Drifters! (lacht)

Wissen Sie, dass Shania Twain am Genfersee wohnt?

Ja, sicher, dort hat sie auch ihren Part aufgenommen. Ich habe mich sehr gefreut, dass sie sich trotz schwierigen Zeiten – in ihrer Beziehung und dann mit dem Stalker – bereit erklärte, ein Duett mit mir zu singen. Ich mag sie. Sie hat Klasse und eine wunderbare Stimme. Sie machte ihre Sache wirklich gut.

Haben Sie schon einmal Weihnachten oder Ferien in der Schweiz verbracht?

Ja, als ich einige Zeit mit meinen Grosseltern und meinem Onkel in Italien verbracht habe, wo unsere Familie ursprünglich her stammt, machten wir auch Ausflüge in die Schweizer Berge. Aber an Weihnachten will ich immer in Vancouver mit meiner Familie zusammen sein. Das ist ein Fixpunkt in meinem Leben. Jetzt stossen noch meine Frau und ihre Familie dazu, die extra aus Argentinien anreisen. Mein Haus wird von 50 Personen bevölkert sein!

Welche südamerikanischen Weihnachtsbräuche kommen hinzu?

Da geht es in erster Linie ums Essen. Meine Schwiegermutter macht wundervolle Empanadas, dann gibt es Chorizo, Asado, also hauptsächlich feine grillierte Sachen. In der oberen Etage des Hauses steht ein Klavier, einer meiner Freunde spielt, wir singen Weihnachtslieder und trinken zu viel (lacht). Im Parterre legt der mexikanische DJ, mit dem meine Schwägerin verheiratet ist, spanische Musik auf, zu der es sich prima tanzen lässt. So sind zwei ganz unterschiedliche Arten von Weihnachtsfeiern unter einem Dach vereint.

Heute können Sie sich alles leisten. Gab es in Ihrer Kindheit einen grossen Wunsch, der unerfüllt blieb?

Nein, wir wurden als Kinder sehr geliebt und auch sehr verwöhnt. Unsere Eltern schenkten uns alles, was immer wir uns auch wünschten. Das beste Weihnachtsgeschenk, das ich je bekommen habe, waren tolle Eishockeyschuhe, ein super Schläger plus diverse weitere Ausrüstungsgegenstände.

Träumten Sie davon, NHL-Profi zu werden?

Ja, aber ich musste bald einsehen, dass ich dafür bei weitem nicht gut genug war. Ich hatte als Sänger immer mehr Talent – und trotzdem ist Eishockey meine Leidenschaft geblieben. Ich bin so von diesem Sport begeistert, dass ich mir einen eigenen Klub schenkte, indem ich die Vancouver Giants kaufte. (Genau genommen wurde er nur ihr Mitbesitzer – die Red.)

Spielen sie in der NHL?

Nein, in der WHL, aber sie versorgen das NHL-Team Virginia Kings mit Nachwuchsspielern und sind mit 6000 bis 10000 Zuschauern pro Heimspiel einer der populärsten Klubs dieser Juniorenliga.

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