Chanson

Mani Matters Kinder kämpften um die Aufmerksamkeit des Vaters

Chansonnier Mani Matter hatte mit Selbstzweifeln zu kämpfen (Archiv)

Chansonnier Mani Matter hatte mit Selbstzweifeln zu kämpfen (Archiv)

Weil man ihn nicht wirklich kenne, sei der Berner Chansonnier Mani Matter eine «ideale Projektionsfläche», findet sein Biograf Wilfried Meichtry. «Er liefert Zitate für jede Lebenslage, wir alle haben ein paar davon im Kopf.»

Für die Recherchen zu "Mani Matter, eine Biografie" gewährte Matters Witwe Joy dem Walliser Meichtry als erstem Forscher überhaupt Einblicke in das ganze Archiv des 1972 verstorbenen Künstlers.

"Für die Biografie habe ich alle 31 Schachteln angeschaut, die es gibt", erzählte Meichtry der "SonntagsZeitung". Dabei sei ihm bewusst geworden, dass Matter nicht nur ein Mensch voll Geist und Witz gewesen sei, sondern ebenso mit einer düsteren Seite und Selbstzweifeln gekämpft habe.

Meichtry spricht in der Biografie auch an, warum immer wieder Gerüchte kursiert hätten, Matter habe eine Todessehnsucht in den Tod getrieben.

"Mani Matter war jung, bekannt und erfolgreich, als er 1972 verunglückte - das sind genau die Ingredienzien, die wilde Selbstmordgerüchte ins Kraut schiessen lassen. Auf Schweizer Verhältnisse runtergebrochen war Mani Matter ein James Dean."

Mani Matter mit «Dr Sidi Abdel Assar vo el Hama»

Mani Matter mit «Dr Sidi Abdel Assar vo el Hama»

Der Forscher bekam zudem die Möglichkeit, Matters erste Freundin zu treffen und ihre alten Briefe des Musikers zu lesen. Der damals 19-jährige Matter hatte die junge Frau auf der Kirchenfeldbrücke verlassen.

Mit Matters Kindern Sibyl, Meret und Ueli hat der Biograf über den berühmten Vater gesprochen. "Die Kinder erzählen, dass es schwierig war, seine Aufmerksamkeit zu erlangen." Aber es sei fantastisch gewesen, wenn man sie einmal gewonnen habe.

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