Mit schweren Gitarrenriffs, wummernden Basslinien und satanischen Texten hatten Black Sabbath 1970 den Grundstein für das Metalgenre gelegt.

44 Jahre später stehen die Gründungsmitglieder Ozzy Osbourne (65, Gesang), Tony Iommi (66, Gitarre), Geezer Butler (64, Bass) sowie Schlagzeuger Tommy Clufetos (34) auf der Bühne des Hallenstadions in Zürich.

Trotz des Fussball-WM-Knüllers Schweiz-Frankreich ist das Konzert mit 13000 Fans restlos ausverkauft. Wenn die Godfather of Metal rufen, kommen die Jünger in Scharen.

Der Vergleich mit dem Konzert der Rolling Stones, die drei Wochen zuvor im Letzigrund spielten, drängt sich auf. Fast alle Gründungsmitglieder haben inzwischen das Rentenalter erreicht, beide Bands haben ein wichtiges Kapitel in der Musikgeschichte geschrieben, beide ziehen immer noch Massen an und beide sind vielleicht zum letzten Mal auf Tour.

Die dunklen Metalhelden sind im Schnitt noch etwas jünger als die Stones, dem Hochleistungs-Frontmann Mick Jagger kann punkto Fitness aber keiner das Wasser reichen.

Ozzy Osbourne wirkt bedächtiger aber doch erstaunlich vital. Aber muss der „Prince of Darkness" rennen? Der macht es mit seiner Aura und mit Magie. Und davon verbreiten Ozzy und seine dunklen Kollegen immer noch eine ganze Menge. Ozzy ist glänzend aufgelegt, hüpft, klatscht und feuert die Fans zu fussball-ähnlichen Chören an.

Die Band präsentiert sich hochkonzentriert und verbreitet Spielfreude. Im Hallenstadion steigt ein grosses Rock- und Metalfest.

Auffällig ist, dass Black Sabbath neben Rock- und Metal-Veteranen auch ein jüngeres Publikum anspricht. Das Publikum ist sogar eher jünger, aber auch männlicher als bei den Rolling Stones.

Und auch die Musik, ob Klassiker wie „Paranoid" oder „Iron Man" oder „God Is Dead" aus dem grossartigen letztjährigen Album „13", wirkt so frisch wie eh und je. Die wiedervereinigten Soundgarden mit Chris Cornell die im zuvor im Vorprogramm spielten, wirken dagegen sehr blutleer und erschreckend statisch. Black Sabbath stellt Soundgarden mühelos in den Schatten.

Wie bei den Stones lässt sich festhalten: Black Sabbath erfinden sich auf ihre alten Tage nicht mehr neu. Schauder und Schrecken vermögen sie kaum mehr verbreiten. Die Provokation ist gewichen. Stattdessen macht sich im Hallenstadion eine würdige, majestätische Stimmung breit. Black Sabbath müssen nicht mehr verwirren, sie brauchen keine Skandale mehr. Die alten Herren können es immer noch. Gute Musik kennt keine Altersgrenzen. Und: Im Hallenstadion gab es nur Sieger.