Mit Stevie Wonder als Überraschungsgast im Schlepptau interpretierte Madonna am Sonntagabend zum Ende der Gala "Purple Rain". Allen Emotionen zum Trotz aber brachte ihr der Auftritt vorwiegend harsche Kritik ein: Enttäuschend, hiess es in den sozialen Netzwerken, lahm und vom tanzbaren Funk-Stil des US-Musikers weit entfernt. Stevie Wonder blieb ausdrücklich von der Kritik ausgenommen: Er habe eine noch grössere Katastrophe verhindert, befanden die Kommentatoren.

Den Ton gab Dave Stewart von dem ehemaligen britischen Popduo Eurythmics an: "Bitte lasst Madonna sich nicht an einem Prince-Song versuchen", schrieb der Musiker auf Twitter. Kurz darauf folgte ein: "Zu spät".

Die US-Schauspielerin Holly Robinson-Peete behauptete, der Auftritt sei nur auf Druck Madonnas zustande gekommen. "Es gab viele andere Künstler, die er respektierte und bewunderte. Madonna war von der Spitze dieser Liste weit entfernt".

Der Sieger des Abends, The Weeknd, widmete den ersten seiner acht Preise Prince. Er habe Prince zwar nicht gekannt, sei ihm aber sehr nahe gewesen, sagte der kanadische R&B-Sänger. "Er wird für immer eine Inspiration bleiben".

Die von dem gleichnamigen Fachmagazin verliehenen Billboard Awards werden von keiner Jury bewertet, sondern basieren auf dem kommerziellen Erfolg und der Popularität der Musiker und ihrer Alben. Deshalb sind die Gewinner selten eine Überraschung. Umso mehr zählen dafür die Bühnenauftritte.