Der Autor kam am 30. Mai 1936 als viertes Kind des Lehrers und Erziehungsrates Carl August Ewald in Liestal zur Welt. Nachdem vier weitere Kinder hinzugekommen waren, pflegte der Vater stolz zu sagen: „Wenn ally do sy, sy mer zähny über Tisch“. Alle acht Kinder lernten ein Musikinstrument spielen, doch nur Konrad schuf sich einen mit der Musik  verbundenen Namen.

Lehrer und Bratschist

Bis zu seiner Pensionierung mit sechzig Jahren war Ewald als Lehrer für Deutsch, Französisch und Latein in Liestal tätig. Nach dem Realgymnasium in Basel hatte er ursprünglich Medizin studieren wollen, um Zahnarzt zu werden. Die riesigen Hörsäle hielten ihn aber davon ab, so dass er ein Phil.I-Studium begann. Seine Dissertation widmete er der mittelfranzösischen Kanzleisprache. Bevor Ewald siebzehnjährig als Geiger in den Orchesterverein Liestal aufgenommen wurde, hatte er sich an seinem Wohnort von der Violinlehrerin Dora Jenny ausbilden lassen. Kaum dass er die Violine mit der tieferen, jedoch nicht weniger klang- und ausdrucksvollen Viola vertauschte, spielte er in Streichquartetten mit. Als leidenschaftlicher Amateur musiziert er seit 1995 regelmässig mit drei Berufsmusikerinnen. Hunderte von Werken der musikalischen „Königsgattung“ hat das Streichquartett mittlerweile durchgespielt.

Ungebändigte Reiselust

Als Kammermusiker durchquerte Ewald die sehr reichhaltige Bratschenliteratur aus allen fünf Kontinenten. Als Reiselustiger hielt er sich in Afrika, im Libanon, in Singapur, Bangkok und Indien und mit Vorliebe wiederholt in Sri Lanka und auf griechischen Inseln auf. Wie während seiner Basler Studentenzeit ist der Jubilar jetzt wieder ein fleissiger Kinogänger. Daneben kauft und liest er jeden Monat bis zu fünf Bücher. 

Als Autor trat er nicht nur mit dem erfolgreichen Bratschenmusikführer hervor. 1977 gab er das Buch „Verdrängtes Wissen. 660 Zitate zu 66 Thesen“ heraus. Der Untertitel „Ein Lesebuch für freie und offene Menschen und solche, die es werden möchten, zusammengestellt von einem Schweizer Lehrer“ ist ebenso kennzeichnend für Ewalds humanistisches Bildungsideal wie die 2006 veröffentlichte Schrift „Von Sodom und Gomorrha zu George W.Bush. Eine Collage gegen die sexuelle Diktatur der christlich-kapitalistischen Welt“.

Renommiertes Handbuch

Mit seinem Novum „Musik für Bratsche. Führer durch die heute zugängliche Literatur für Viola“ hatte Konrad Ewald bereits 1975 in der Fachwelt für Aufsehen gesorgt. Es erschien im Selbstverlag des Autors in Liestal und wies eine Besonderheit aus. Ewald gab sich nicht mit der Auflistung von Kompositionen für Bratsche vom Solostück bis zum Konzert zufrieden. Er steuerte sehr persönliche Kommentare bei, um auch über den musikalischen Gehalt und die spieltechnischen Anforderungen zu informieren.

Trugen die weiteren Fassungen die Untertitel „Was soll ich auf meiner Viola spielen?“ und „Was gibt‘s denn eigentlich für Viola?“, so präsentiert sich die überarbeitete und stark erweiterte vierte Auflage von 2013 mit dem Zusatz „Das reiche Viola-Repertoire von Aaltonen bis Zytowitsch“ (Auslieferung: Amadeus Vertrieb, Winterthur). Alle auf 450 Seiten versammelten Stücke gingen durch Ewalds Hände, spielte er sie doch selber durch, um sich ein Urteil zu bilden.