Musik

Jugendkulturfestival 2019: Keine Headliner, viele Höhepunkte

Haben sich auf die grosse Bühne emporgespielt Asbest um Robyn Trachsel waren am JKF 2017 noch Newcomer.

Haben sich auf die grosse Bühne emporgespielt Asbest um Robyn Trachsel waren am JKF 2017 noch Newcomer.

Dieses Wochenende soll die Jugend die Basler Innenstadt zurückerobern. Ein Rundgang mit den JKF-Machern zu den Schauplätzen.

Die violetten Plakate, die man derzeit in der Basler Innenstadt sieht, hätte man sich schenken können. Denn kein Werbebanner könnte so deutlich formulieren, was die seit Tagen auf dem Barfüsserplatz thronende Bühne ankündigt: Am Freitag und Samstag findet die elfte Ausgabe des Jugendkulturfestivals (JKF) statt.

Gestern luden die Macher hinter dem Grossevent, zu dem 60 000 Besucher erwartet werden, zur Begehung der Schauplätze. Jene 16 Spielorte also, an denen dieses Wochenende «die Jugend die Innenstadt zurückerobert», wie JKF-Präsident Alain Schnetz es formuliert. Dabei ist dem 28-Jährigen nicht an Revolte oder Aufbegehren gelegen, wie es noch in den Jugendbewegungen der Achtzigerjahre der Fall war.

Im Gegenteil: Auf dem Rundgang vom Barfi über den Klosterhof zum Theater- und Pyramidenplatz spricht Schnetz viel von Wertschätzung und Nachhaltigkeit. Neben den Bestrebungen zur Abfallvermeidung – das JKF setzte als eines der ersten Schweizer Festivals auf Mehrwegbecher, will sich aber auf diesem «Pionierstatus» nicht ausruhen – ist ihm auch die künstlerische Nachhaltigkeit ein Anliegen.

Als Beispiel nennt Schnetz das Indierock-Trio Asbest, das bei der letzten JKF-Ausgabe im Jahr 2017 noch als Newcomer auftrat und am Samstag nun den Abschluss macht auf der grossen Theaterbühne. Ähnlich verhält es sich bei Les Touristes, die am Freitag zur besten Zeit den Barfi beschallen.

Von «Headlinern» mögen jedoch weder Schnetz noch JKF-Geschäftsführerin Carole Ackermann reden. Die 29-Jährige verwendet während der Führung den Begriff «Rauspicker», wobei man ihr anmerkt, dass es ihr schwerfällt aus den über 1500 Künstlern eine Auswahl zu treffen.

Höhepunkte erhofft sich Ackermann auch abseits der grossen Bühnen: «Im Literaturhaus etwa dürfte der Samstagabend ein Highlight werden für Freunde von Poetry-Slam», sagt sie. Und auf dem thematisch breit bespielten Münsterplatz kämen am Samstagnachmittag auch die Familien auf ihre Kosten.

Auch die erstmalige Partnerschaft mit dem Stadtkino verspricht Spannendes: Hier werden am Freitag Videoclips gezeigt, die Basler Bands in den vergangenen zwei Jahren veröffentlicht haben. Das Video sei nach dem Aus der Musiksender totgesagt worden, so Ackermann. Dennoch: «Heute sehen wir auf Socialmedia, dass Songs ohne Clips kaum funktionieren.»

Stelldichein im Theater, Installation im Klosterhof

Besonders gross dürfte der Publikumszuspruch auch dieses Jahr wieder im Foyer des Theaters werden, wo sich die Tanzszene der Region während zwei Tagen ein Stelldichein gibt. Mit Musik, Tanz, Theater, Slam, Literatur, DJing und Sport sei das JKF bereits sehr breit aufgestellt. Doch sieht Alain Schnetz noch mehr Potenzial: «Wir haben dieses Jahr vermehrt Projekte gefördert, die abseits der klassischen Sparten stattfinden.» So entsteht beispielsweise für den Klosterhof eine Lichtinstallation, die spezifisch für das JKF angedacht wurde.

Neu kann man in der Offenen Kirche Elisabethen Merchandise-Artikel der auftretenden Künstler sowie Solidaritäts-Bändeli und –Pins erwerben. Hiermit, so Schnetz, wolle man das Publikum dafür sensibilisieren, dass auch Gratiskultur Kosten und Nutzen habe. Schnetz weiter: «Wir wollen auf den Wert und den Aufwand hinweisen, der in diesem Festival, aber auch in jeder einzelnen Performance steckt.»

 

Jugendkulturfestival JKF
Basler Innenstadt, 6./7. September

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