Basler Pop-Preis
James Gruntz gewinnt den Pop-Preis 2014 - Ira May ist Publikumsliebling

Der Basler Pop-Preis 2014 geht an James Gruntz. Der Dauernominierte hat mit seiner tiefgründigen Popmusik die Jury überzeugt. Der Publikumspreis erhält Ira May. Die Newcomerin aus Sissach hat mit ihrer Soul-Stimme alle begeistert.

Moritz Kaufmann
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Basler Pop-Preis 2014: Die Gewinner
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Jurorin Steffi Klär übergibt den Basler Pop-Preis an James Gruntz.
James Gruntz war bereits zum fünften Mal unter den Nominierten.
Mit seinem neuen Album «Belvedere» konnte er die Jury nun von sich überzeugen.
Gewinner des Basler Pop-Preises 2014: James Gruntz
bz-Verlagsmanagerin Myriam Born übergibt den Publikumspreis an Ira May.
Die Sissacherin mit der Soul-Stimme hat im Online-Voting am meisten Stimmen abgeräumt.
Gewinnerin des Publikumpreises 2014: Ira May
Roli Frei erhält den Anerkennungspreis.
Der Buisnesspreis geht an A TREE IN A FIELD Records.

Basler Pop-Preis 2014: Die Gewinner

Martin Töngi

Am Schluss war es nicht nur deutlich, es war überdeutlich. Fünf Acts waren für den Basler Pop-Preis nominiert: die Sissacher Soul-Röhre Ira May, die über allen Sphären schwebende Jennifer Jans alias Bleu Roi, der charmante Wuschelkopf James Gruntz, die eindringliche Anna Aaron und das mystisch angehauchte Quintett End. Alle stammen sie aus der Region Basel, alle haben sie im letzten Jahr eine Platte herausgebracht.

Zu gewinnen gab es am Mittwochabend in der Kaserne nicht nur den Jury-Preis, sondern auch den Publikumspreis. Die Einzige, die damit schon Erfahrung hatte, war Anna Aaron: Sie gewann bereits beides. Doch statt in Basel weilte die fragile Sängerin in Paris, wo sie einen Auftritt gab. Schon im Vorfeld gab sie bekannt, den Preis eigentlich jemand anderem zu gönnen. Würden Jury und Publikum dem Wunsch nachkommen?

Neues Album von Ira May

Und wie: Der von der bz präsentierte Publikumspreis ging mit grossem Abstand an Ira May. Ihre Soul-Stimme begeistert seit einem Jahr nicht nur die Schweiz, sondern alle Orte, an denen sie auftritt. Und das sind viele. Sie machte in der Kaserne dann auch keinen Hehl daraus, dass ihr das professionelle Musikerdasein ziemlich an die Substanz geht. «Ich bin eigentlich ein gemütlicher Mensch», erklärte sie der Moderatorin Katja Reichenstein, «und wenn man in einem Sommer an 20 Festivals spielt, ist das ganz schön viel».

Die Baselbieterin zog sich in den vergangenen Monaten deshalb zurück. An ihrem ersten öffentlichen Auftritt seit langem kündete sie dafür an: «Ich fange noch dieses Jahr an, an einem neuen Album zu arbeiten.»

Von Bern- auf Baseldeutsch

So klar der Sieg von Ira May beim Publikumspreis war, so logisch hiess der Gewinner des Jury-Preises ... James Gruntz. Vier Mal stand er als Nominierter auf der Bühne, konnte aber noch nie einen Preis mit nach Hause nehmen. Beim fünften Mal hats für den Gross-Cousin von Jazz-Pianist George Gruntz doch noch geklappt.

«Ich wechsle jetzt von Bern- auf Baseldeutsch», sagte er zur Moderatorin und kehrte so für eine kurze Zeit in der Basler Kaserne zu seinen Basler Wurzeln zurück. Es gab wohl keinen Menschen im vollbesetzten Musiklokal, der ihm den Preis und die dazugehörigen 15'000 Franken nicht gegönnt hätte.

Premiere beim Pop-Preis

Erstmals wurde am Mittwochabend der «L'Unique-Anerkennungspreis» vom RFV Basel verliehen. Er ist mit 5000 Franken dotiert und wird vom Basler Bar-Art-Restaurant L'Unique gestiftet.

Den Preis erhält die Basler Soul-, Folk- und Rocklegende Roli Frei. Als erster L'Unique-Anerkennungspreisträger geht er in die Annalen der Basler Pop-Historie ein. Roli Frei überzeugt seit über 40 Jahren mit feinfühliger und packender Musik und gehört gehört damit zu den prägendsten Figuren der Basler Szene.

Zurzeit sammelt der RFV, der den Pop-Preis organisiert, via Internet Geld für einen zweiten Bandbus. Diesen können Basler Nachwuchsmusiker für Konzerte und Tourneen mieten. Zusammengekommen sind bis anhin rund 12'000 Franken. Floss-Kapitän Tino Krattiger nutzte die Gelegenheit, um für das Projekt zu werben. Am Ende gelang es ihm, über 5000 Franken aufzutreiben. So fehlen noch etwa 3000 Franken.

Ein rundum gelungener Abend also, nicht nur für die Preisgewinner, sondern für die gesamte Basler Musikszene. Sozusagen «A night to remember».

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