Alt sein ist bekanntlich relativ. Wo spürt man das besser als an einem Konzert der Rolling Stones, wo ein 45-Jähriger bereits das Durchschnittsalter drückt.

Zuerst mal auf der Bühne: Keith Richards (71) und Mick Jagger (70) sind praktisch gleich alt, aber könnten unterschiedlicher nicht sein in ihrer Aussenwirkung. Hier der zuweilen etwas zittrige, aber stets gut gelaunte Gittarist Richards mit seinem wirrren weissen Haar und wölbigem Bauch. Da der wie eh und je spargeldünne, ewig jung-dynamisch Jagger, der vor lauter Energie zu explodieren droht.

Beim Anblick des Stones-Frontmannes dürfte auch der eine oder andere Herr auf der VIP-Tribüne neidisch geworden sein. Nicht ganz so austrainiert als Jagger, dafür umso selbstbewusster rockte Stadler-Rail-Chef und SVP-Nationalrat Peter Spuhler stehend auf den Sitzplätzen ab. Er ist ja auch noch vergleichsweise jung: Mit 55 Jahren hat er 17 Jahre Lenzen weniger als etwa Stones-Drummer Charlie Watts.

Gleich eine Reihe unter Spuhler verfolgte Verteidigungsminister Ueli Maurer das Konzert der Rocklegenden. Allerdings weit weniger ausgelassen. Während es für seinen Parteikollegen Spuhler beim Klassiker «Honky Tonk Woman» kein Halten mehr gab, war beim Bundesrat keine Regung zu sehen. Ob er noch zu sehr bei seinen Alltagssorgen in Bern war oder sich einfach still über sein jugendliches Alter erfreute? Immerhin wäre Ueli Maurer mit seinen zarten 63 Jahren bei den Stones der Band-Benjamin. Ron Wood, der jüngste Stone, feierte gestern seinen 67-jährigen Geburtstag. (roc)