Mit Bolton sei ein Vierjahresvertrag abgeschlossen worden, sagte Barbara Schneider, Präsidentin der SOB-Stiftung, am Dienstag vor den Medien. Der Stabwechsel von Davies zu Bolton erfolgt auf die Saison 2016/17. Es gibt somit einen nahtlosen Übergang.

Der neue Musikdirektor und Chefdirigent des SOB befand sich neben sechs weiteren potentiellen Orchesterchefs auf einer Shortlist, die eine Findungskommission für die Kür zusammengestellt hatte. Mit all diesen sieben Anwärtern wurde in der vergangenen Saison Konzerte organisiert.

Mit Bolton machte der Wunschkandidat der rund 110 Musikerinnen und Musiker des SOB das Rennen. Deutlich sprachen sie sich in einer Konsultativabstimmung für den Briten aus, der sich vor den Medien sehr glücklich über seine Wahl zeigte. Er lobte das SOB als engagierten und hochprofessionellen Klangkörper.

Bolton, dessen Spektrum von der Klassik bis zur klassischen Moderne reicht, hat mit dem SOB im vergangenen April nicht nur ein viel beachtetes Konzert gegeben, sondern mit dem Klangkörper auch schon eine CD mit dem Titel "Of Madness and Love" mit Werken von Hector Berlioz eingespielt. Auch in der kommenden Konzertsaison wird er erneut in Basel dirigieren.

Bisher Chef des Mozarteumorchesters

Bis Ende der Spielzeit 2015/16 ist Bolton jedoch noch Chefdirigent des Mozarteumorchesters Salzburg. Diesen Posten bekleidet er seit 2004. Daneben ist er laut dem SOB gleichermassen als Opern- und Konzertdirigent international gefragt, der sowohl von grossen Opernhäusern wie auch wichtigen Festivals verpflichtet wird.

Bereits kommenden September wird Bolton, der in Barcelona wohnt, am Teatro Real in Madrid die Position des Musikdirektors übernehmen. Stiftungspräsidentin Barbara Schneider sieht darin keine Konkurrenz, sondern eine gut machbare Ergänzung zum Engagement in Basel.

Das SOB erhält neben einem neuen Chefdirigenten gleich auch einen 1. Gastdirigenten. Die Wahl für diese neue Aufgabe fiel auf den Polen Michal Nesterowicz. Der 41-Jährige stand ebenfalls auf der Shortlist für den Chefposten und kam beim Orchester auch sehr gut an.

Laut dem SOB gehört Nesterowicz zu den bekanntesten Vertretern der jungen Dirigentengeneration. In Basel soll er sich insbesondere dem osteuropäischen Repertoire und der Musik der Moderne widmen. Für die Verantwortlichen ist die Wahl der beiden Dirigenten, die sich mit ihren Repertoireschwerpunkten ideal ergänzten, ein "Glücksfall"

Das staatlich subventionierte SOB entstand in seiner heutigen Form 1997 durch die Fusion des Basler Sinfonie-Orchesters mit dem Radio-Sinfonieorchester Basel. Seine Gründung geht aber auf das Jahr 1876 zurück. Das SOB zählt sich zu den innovativsten Orchestern der Schweiz, das auch international immer grössere Beachtung findet. Es ist zudem Hausorchester des Theaters Basel für Oper und Ballett.