Die Kanada-Schweizerin Rykka hat sich im Schweizer Finale für den Eurovision Song Contest mit ihrem Song «Last Of Our Kind» gegen eine sehr mittelmässige Konkurrenz durchgesetzt. Sie tritt im zweiten Halbfinal am 12. Mai in Stockholm an.

Die 29-jährige Sängerin und Musikerin ist in der Schweiz keine Unbekannte, hat bereits vier Alben veröffentlicht und unzählige Konzerte gegeben, unter anderen auch am Jazzfestival Montreux und am Blue Balls Luzern. Unter dem Künstlernamen Christina Maria hat sie ihre Karriere als folkige Singer-Songwriterin mit akustischer Gitarre und lieblichen Songs begonnen.

Dann wechselte sie vor drei Jahren Stil, Haare, Sound und Künstlername. Seither ist sie als Rykka mit elektronischer, poppiger und deutlich progressiverer und dunklerer Musik unterwegs. Vor zwei Jahren lieh Rykka den Lovebugs ihre Stimme und war auf Tour dabei.

Schweizer Umfeld in Vancouver

Rykka ist als Christine Rieder in Vancouver Kanada geboren. Sie hat Schweizer Wurzeln, ihr Grossvater stammt aus Rothenfluh BL. In Vancouver wächst sie in einem sehr schweizerischen Umfeld auf. Die Familie betrieb eine Bäckerei, ihr Bruder war Schwinger, und am 1. August trug die ganze Familie Schweizer Tracht. Als Rykka vor einigen Jahren in die Schweiz zurückkehrte, war sie ganz erstaunt, dass hier nicht alle Schweizer Tracht trugen.

Rykka gewinnt die ESC-Vorausscheidung mit «The Last Of Our Kind»

Rykka gewinnt die ESC-Vorausscheidung mit «The Last Of Our Kind»

Rykka gewinnt die Vorausscheidung der Schweiz mit dem Song «The Last Of Our Kind» und nimmt damit am 2016 Eurovision Song Contest statt. 

Heute wohnt die inzwischen wasserstoffblonde Musikerin in einem alten Bauernhaus in Meilen in einer Künstler-WG mit ihrem Mann, einer Schafherde und eigenem Tonstudio. Sie ist professionelle Musikerin, entwirft ihre Bühnenkostüme selbst und gibt Gesangsstunden.

Mit «Last Of Our Kind» hat sich im Schweizer Finale nicht nur der beste, sondern vor allem auch der schwierigste Song durchgesetzt. Der für Rykka recht tiefe Songstart, die Übergänge mit den ständigen Wechseln zwischen Kopf- und Bauchstimme sind heikel. Die Absturzgefahr ist gross. Am Finale in Kreuzlingen meisterte Rykka die Klippen ansprechend, aber nicht perfekt. Die eine oder andere Unsicherheit ist geblieben.

Céline Dion gewinnt ESC 1988 mit «Ne partez pas sans moi»

Céline Dion gewinnt den ESC 1988 mit «Ne partez pas sans moi»

Céline Dion gewinnt den Eurovision Song Contest 1988 für die Schweiz mit «Ne partez pas sans moi ». 

Aber vielleicht bringt Kanada der Schweiz ja einfach Glück. Céline Dion, die mit «Ne partez pas sans moi» vor 28 Jahren zum letzten Mal für die Schweiz den grössten europäischen Gesangswettbewerb gewann, war ja bekanntlich auch Kanadierin. «Mein Ziel ist der Sieg», sagt Rykka selbstbewusst.