Etwa 500 Musiker und mehr als 70'000 Besucher werden erwartet. «Das Festival soll einen Eindruck vermitteln, was die Region alles an Jazz zu bieten hat – in allen Facetten», sagt Peter Eichenberger, Leiter des Organisationskomitees.

In der Tat fällt auf, dass die 33. Ausgabe vom Bebbi-Jazz ein abwechslungsreiches Programm vorweist, das ernsteren Hochschul- mit heiterem Festzelt-Jazz gut unter einen Hut bringt. Dabei gibt’s wieder ein Focus-Thema, dass auch beim Pop keine Berührungsängste kennt. Letztes Jahr lag der Schwerpunkt bei Jazz Manouche, diesmal stehen zwei Bühnen im Zeichen der Singer-Songwriter. Wie Eichenberger festhält, werde ohnehin der Jazz je länger je mehr von diesem Genre beeinflusst – und umgekehrt. Daher sei es naheliegend gewesen, die beiden Stile einmal zusammenzubringen.

Dabei wird der Konzertstandort Rümelinsplatz an den Eingang der Stadtbibliothek verschoben. Dort wird der junge Elsässer Blues-Interpret Flo Bauer auftreten, ebenso der Basler Singer-Songwriter Baum und Shem Thomas, Finalist der Castingshow «The Voice of Switzerland». Die Bühne im Schmiedenhof gehört dem Newcomer Vincent Gross und der bekannten Basler Musikerin Bettina Schelker.

Brass und Army Big Band

Zum Schluss steht Ira May mit ihrer Band auf dem Programm. Die Soul-Stimme aus der Region – vor ein paar Jahren noch ein Geheimtipp – gehört streng genommen nicht zum Singer-Songwriter-Genre. Damit, dass sie nun unter diesem Titel singen wird, kann sie aber gut leben: «Für mich war es eine Überraschung und eine Ehre, bei diesem Festival spielen zu dürfen», sagt Ira May. Bestimmt werden brandneue Songs von ihr zu hören sein: Im September wird nämlich ihr zweites Album erscheinen. «Somit sehe ich das Heimspiel im Schmiedenhof als einen Auftakt dazu», sagt die Sängerin.

Für die grossen Konzerte auf dem Marktplatz konnte für dieses Jahr die Swiss Army Big Band gewonnen werden. Als weiteren Höhepunkt nennen die Organisatoren die Streetband «Brass Department». Dabei handelt es sich um eine Bläsertruppe der jüngeren Generation, die sowohl Jazz- wie auch Funk- und Hip-Hop-Stücke interpretiert. Zusammen mit den anderen mobilen Jazzgruppen werden sie um 18 Uhr an der Streetband-Parade durch die Freie Strasse teilnehmen und später auch an Platzkonzerten im Gerbergässli zu hören sein. Andere Bands sind schon seit Jahrzehnten dabei – so etwa die Dixieland-Altmeister von Steppin Stompers, welche dieses Jahr ihr 50-Jahr-Jubiläum feiern.

Gipsy-Sound am Gemsberg

Nebst den traditionellen Dixieland-, Street- und Swingbands sind beim «Grünen Helm» auf der Jazzcampus-Stage auch zeitgenössische Töne vertreten, ebenso im Bird’s Eye mit dem Simon Spiess Trio. Nach dem positiven Echo vom letzten Jahr haben sich die Organisatoren zudem entschieden, Gypsy- und Balkansound beim Festival beizubehalten: Für dieses Genre ist der Gemsberg reserviert. Im Rahmen des Festivals, doch ausserhalb des Geländes, wird auch dieses Jahr wieder das «Breesmeli-Koolebäärg-Waadeschaaber-Fescht» stattfinden.

Wer’s hingegen besinnlicher mag, ist in der Leonhardskirche gut aufgehoben: Der Saxofonist Sam Burckhardt wird dort die Organistin Susanne Doll begleiten.

«Em Bebbi sy Jazz» findet am Freitag, 19. August ab 18 Uhr in der Grossbasler Innenstadt statt. Das vollständige Programm ist unter www.embebbisyjazz.ch abrufbar.