«Die Freude, der Optimismus, der Humor und die Überschwänglichkeit in seiner Musik erzählen von der Realität. Im Kampf ums Überleben hat er bestanden», sagt der Pianist Ran Blake über den Pianisten Horace Silver. Wie kein anderer hat er den Hard Bop der 50er-Jahre geprägt. Jenen Jazzstil, der vom wachsenden Selbstverständnis und Selbstbewusstsein der schwarzen Gemeinschaft geprägt war.

Einfluss auf die heutige Popmusik

Seine Musik wird vor allem mit der Hard-Bop-Variante Soul-Jazz in Verbindung gebracht, in der Be-Bop-Elemente mit afro-amerikanischen Traditionen des Gospels und des Blues verschmolzen werden. Diese sehr rhythmische, heisse und relativ einfache Form des Jazz war bis in die 1960er-Jahre sehr populär.

Im Zusammenhang mit dem Soul-Jazz und Silvers Spielweise ist auch zum ersten Mal das Wort «funky» oder «Funk» aufgetaucht. Gemeint waren jene kurzen, zickigen rhythmischen Formeln, die in den 1970er-Jahren zur Grundlage von Soul, Funk und der Disco-Musik wurden und bis heute die internationale Popmusik prägen. Silver spielte einen sehr perkussiven Klavierstil. Die eingängigen Melodielinien, die er mit der rechten Hand spielte, wurden kontrastiert von dominanten Akzenten der linken Hand, die er stets hinter dem Beat setzte und damit eine entspannte Atmosphäre entstehen liess.

1954 gründete Silver zusammen mit dem Schlagzeuger Art Blakey die legendären Jazz Messengers, die ihre ersten Platten unter dem Namen Horace Silver & The Jazz Messengers einspielten. 1956 gründete Silver sein erstes Quintett, das in der Besetzung mit Tenorsax (Hank Mobley) und Trompete (Art Farmer) zum Standard wurde und musikalische Massstäbe setzte.

Silver hat den Sound des legendären Labels Blue Note definiert, unzählige Alben eingespielt und Songs wie «Sister Sadie», «Filthy McNasty», «Tokyo Blues», «Song for My Father» und «Señor Blues» sind Jazz-Standards.

Schon einmal tot gemeldet

Im Dezember 2013 ist der Tod von Horace Silver schon einmal gemeldet worden und viele Medien aus dem In- und Ausland haben auch Nachrufe auf den Jazzmusiker publiziert. Eine peinliche Falschmeldung, denn zu diesem Zeitpunkt sass Silver noch quicklebendig beim Frühstück und trank seinen Kaffee.

Diesen Mittwoch ist er jetzt aber wirklich gestorben, wie das Jazz-Label Blue Note meldete. Silvers Sohn Gregory Silver bestätigte, dass sein Vater eines natürlichen Todes gestorben ist.