In Basel gibt es die höchste Band-Dichte der Schweiz. Zu diesem Befund ist die Datenabteilung des SRF gekommen, nachdem sie die Musikplattform mx3.ch auf die Herkunft der Bands und Künstler untersucht hat. Natürlich ist das nicht repräsentativ, längst nicht alle Musikerinnen und Musiker sind in dieser Datenbank erfasst. Dennoch ist es eindrücklich, dass Basel-Stadt die höchste Band-Dichte auf mx3.ch aufweist: Auf tausend Einwohner kommen knapp vier Bands – eine vergleichbar hohe Dichte weist nur noch der Kanton Genf auf. Dass die freie Musikszene in Basel auf besonders fruchtbaren Boden stösst, hat nicht nur mit dem urbanen Umfeld zu tun, sondern kann auch als Erfolg der Förderung interpretiert werden, welche im schweizweiten Vergleich früh professionalisiert worden ist, vor beinahe 25 Jahren mit der Gründung des RFV Basel.

Private Engagements

Doch was eine Szene ausmacht, sind längst nicht nur die Rahmenbedingungen. Sondern auch der Austausch, die Treffpunkte. Und da spielen private Engagements die grösste Rolle. Während in anderen Regionen oft geklagt wird, dass jeder nur für sich schaue, gibt es in Basel eine Szene, mit der man in Kontakt treten kann, und das nicht nur an Plattentaufen, der Poppreis-Verleihung oder am BScene-Festival. Nein, gerade auch im kleineren Rahmen, wie etwa die Veranstaltung «Mitten in der Woche» zeigt.

Diese wurde vor fünf Jahren in der Kuppel ins Leben gerufen, Jennifer Jans hat die Projektleitung inne, unterstützt wird sie von Steffi Klär. Beiden schwebte ein Abend von Musikern für Musiker vor, wie Jans erzählt.

Den Anfang machte Elia Rediger von The bianca Story, der eine Carte blanche nutzte, wie zwei Monate später auch Rapper Greis, der später über Schreibblockaden redete und das in Geschichten und Songs packte.

Überraschende Rencontres

In der Folge kam es auf der Bühne oft zu musikalischen Kooperationen, die man so nicht erwartet hätte. Die Rockband Bitch Queens lud etwa zum Live-Karaoke, bei dem auch Rapper Pyro das Mikrofon ergriff. «Genau um solche Augenblicke geht es mir beim ‹Mitten in der Woche›», sagt Jennifer Jans, «Musikerinnen und Musiker können ihr eigenes Kämmerchen verlassen, zusammen etwas machen, ausprobieren, experimentieren.»

Doch die Reihe, die vom RFV Basel seit Beginn unterstützt wird (die Spesen!) und mittlerweile von der Kuppel (selig) in die Kaserne gewandert ist, hat auch Talkrunden hervorgebracht, in denen ganz ernsthaft kulturpolitische Aspekte oder Musikersorgen diskutiert wurden.

Dass die Brockenstube Irma & Fred (vormals Clara Brocki) für den Abend jeweils eigens lauschiges Intérieur zur Verfügung stellt, trägt zum Salon- und Wohnzimmercharakter bei: Ungezwungen soll es sein, familiär, niederschwellig. Wenn es diese Reihe nicht schon gäbe: Man müsste sie dringend erfinden.

Dasselbe lässt sich von der «Soirée lundi» sagen, die Steffi Klär im Sääli des Goldenen Fass durchführt: Die Sängerin lädt jeweils andere Musiker ein, sich von der Crooner-Seite zu präsentieren. Am nächsten Montag Abend kann man etwa Roli Frei, Dänu Siegrist und Pink Pedrazzi als Basler Ratpack erleben.

Zuvor wird die 50. Ausgabe von «Mitten in der Woche» begangen, im Rossstall der Kaserne. Angesagt ist ein musikalischer Adventskalender mit zahlreichen Stimmen. Allemal ein Grund zum Feiern. Auf dass diese privaten Initiativen noch lange währen.

Mitten in der Woche Kaserne, Basel.

6. Dezember, 20.30 Uhr.

Soirée lundi Goldenes Fass, Basel.

11. Dezember, 20.30 Uhr.