Scharfe Kritik am Boulevard-Journalismus, speziell am «Blick», hat das Schweizer Kleinkunst-Trio «Heinz de Specht» in einen Videoclip verpackt. Den Song «Nur din Job» haben die drei Musiker am Freitagabend auf Facebook, Twitter und Youtubegestellt – und dort sorgt die Medienschelte für Aufsehen. 

Auf Facebook wurde das Video über 27'000-mal aufgerufen (Stand Samstagmittag), auf Youtube sind es derzeit über 1400. 

Heinz de Specht - Nur din Job

Heinz de Specht - Nur din Job

Scharfe Kritik am Boulevard-Journalismus, speziell am «Blick», hat das Schweizer Kleinkunst-Trio «Heinz de Specht» in einen Videoclip verpackt.

Der sarkastische Song geht mit der Arbeitsweise der Ringier-Medien «Blick» und «Schweizer Illustrierte» im Fall Rupperswil hart ins Gericht:

«… dann bist du kein A******** und auch keine dumme Sau, dann bist du kein Riesentrottel und auch keine Trottelfrau, dann bist du nicht pietätlos, bist nicht mal besonders grob, nein, dann bist du Blick-Reporter und machst nur deinen Job» (Liedtext-Passage aus «Nur din Job»)

Im Clip werden auch mehrere Ringier-Mitarbeiter im Bild und mit Vornamen gezeigt. Das Medienhaus dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach juristisch gegen das Video vorgehen. Ringier-Konzernsprecher Edi Estermann wollte den Musikclip bisher jedoch nicht kommentieren, wie er dem Internet-Portal persoenlich.com sagte.

Christian Weiss, Mitglied des Trios aus Zürich und St.Gallen, betonte im Gespräch mit «Radio 1», es gehe im Song nicht nur um den Fall Rupperswil, sondern allgemein um diese Art von Berichterstattung. Er kenne aber Leute aus dem Umfeld der Opfer von Rupperswil, die mit diesen Methoden konfrontiert gewesen seien. «Es kann ja nicht sein, dass man dagegen nichts tun kann», habe er sich gedacht.

Man tue den kritisierten Reportern mit dem Clip einen Gefallen, fügte Weiss an. Sie sollten «sehr dankbar» dafür sein, denn dadurch könnten sie nun «ihr Verhalten ändern» und damit «ihr Karma verbessern».

Sie hätten erwartet, dass Ringier versuchen werde, das Video von Youtube entfernen zu lassen, sagte Weiss weiter. Aber Youtube sei nur ein Kanal, über den der Clip verbreitet werde. (dhr, watson.ch)