«Es ist ein Schock, obwohl er so alt war. Man hat ihn fast für unsterblich gehalten», sagte George Gruntz, Jazz-Pianist und Big-Band-Leader, als er gestern vom Tod Hazy Osterwalds erfuhr. Auch wenn er vehement ins Showgeschäft eingestiegen sei, habe Hazy den Jazz in der Seele gehabt. «Man musste ihm nur zuhören, wie er in späten Jahren noch Vibrafon spielte. Dieses Timing und Feeling, das war untrüglich Jazz.

Gruntz war kaum 20, als er Hazy Osterwald mit seinem Sextett im Dancing Odeon in Basel kennen lernte. «Er hat uns jungen Jazzmusikern immer eine Chance gegeben und uns auf die Bühne zum Mitspielen eingeladen. So hat er uns Mut gemacht.» Jahrzehnte später war Gruntz Experte bei den Prüfungen an der Jazzschule Luzern. «Dadurch war ich während 17 Jahren mindestens einmal ein paar Tage in Luzern. Und jedes Mal haben meine Frau und ich uns gefreut, Hazy und seiner Frau zum Essen zu treffen.»

Ein begeisterter Fan von Hazy Osterwald ist der langjährige Fernsehmoderator Kurt Felix. 1962 hatte er erstmals ein Konzert des Hazy Osterwald Sextetts in Kreuzlingen besucht und war so hingerissen, dass er möglichst allen davon berichten wollte – und also seinen ersten Zeitungsartikel schrieb. «Später wollte ich ihn unbedingt in meinen Fernsehshows haben, im ‹Teleboy› und auch später in ‹Verstehen Sie Spass›». 1997 organisierte und moderierte Felix aus Anlass des 75. Geburtstags von Hazy eine zweistündige Live-Sendung aus dem Hotel Union in Luzern. «Das war meine emotional liebste Show, die ich je gemacht habe.» Mit Hazy Osterwald sei «eines der exzellentesten Musikgenies auf dem Gebiet der Unterhaltung» gestorben, bedauert Kurt Felix.

Auch Niklaus Troxler, langjähriger Veranstalter des Jazz Festivals Willisau, hat als Jugendlicher die Platten des Hazy Osterwald Sextetts gehört. «Er spielte den Standard-Swing, sehr amerikanisch. Dass er dann ins Showbusiness wechselte, war nur folgerichtig.» Hazy Osterwald habe viel zur Entkrampfung der Szene beigetragen, sagt Knox Troxler, der ihn später auch mehrmals persönlich getroffen hat. «Er machte witzige Shows und hatte sehr gute Musiker. Das hatte schon eine Qualität.»

«Eich echter Kumpel und Freund»

Am besten von allen Befragten hat ihn sicher John Ward gekannt. Der gebürtige Belgier, der heute im Kanton Zug lebt, war Gründungsmitglied des Hazy Osterwald Sextetts. Ward blieb von 1949 bis 1974 in der Band. «Hazy war musikalisch einmalig, vom Komponieren und Arrangieren bis zu den ganzen Shows, die er alle selber geschrieben hat.» Ward hat den Bandleader auch als Feinschmecker in Erinnerung und als Liebhaber von klassischer Musik. «Hazy hatte Humor, der Erfolg ist ihm nie in den Kopf gestiegen. Er war ein echter Kumpel und Freund für mich.»