Pop

Hat sich Börni endlich gefunden?

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Börni ist zurück – mit «Plan B» erscheint heute ihr zweites Album. Ob sie damit endlich den Durchbruch schaffen wird, muss sich noch zeigen.

Börnis zweites Album liegt ab heute in den Läden: «Plan B» – B für Börni. Das sei nun ganz sie selbst, sagt Börni und korrigiert sich zugleich: «Eigentlich war ich ja immer mich selbst.» Sie versteht die Zweifler nicht, die damals anlässlich des Debüt-Albums vor zwei Jahren lauthals fragten: «Wo ist die alte Börni geblieben? Ist sie einfach ein Produkt von Sony Music Schweiz?»

Die Börni, die sich einst – wir erinnern uns – in der «Music Star»-Staffel als rotzfreche Göre mit der rauen Stimme, Mütze und Baggy-Jeans einen Namen gemacht hatte, trat mit dem Debüt-Album «Fighter» plötzlich als sexy Rock-Vamp auf. Die coole Mütze verschwand und machte einer wilden Mähne Platz.

Neues Album - neues Glück

Nun versucht es die Sängerin nochmals. Neues Album – also wieder ein neues Image?, fragen wir. Diesmal ist Börnis Look eher casual, sie steht da mit Jeans und Turnschuhen – vorbei ists mit den Lederstiefeln. Börni (23) ist wieder jung und cool. Doch ist es wirklich so einfach? War das alte Image aufgesetzt? Oder das neue? Die wandelbare Börni macht es uns nicht einfach.

Der krasse Image-Wechsel von damals mag wohl nicht recht durchdacht gewesen sein, räumt sie ein. Niemand habe sie vor allfälligen Folgen gewarnt – besonders die Plattenfirma nicht. «Das hätten wir tun sollen», wirft Manager Jeffrey Baumann ein, der nebenan am Notebook die weiteren Schritte von Börnis Karriere plant und alles im Griff zu haben scheint. «Mein Rockluder-Look war eine Phase, die nun überwunden ist», schaltet sich Börni wieder ein. Und überhaupt – weshalb steht ihr Look so im Vordergrund? «Ich möchte mich in keiner Weise einschränken lassen, nur weil ich in der Öffentlichkeit stehe.»

Für jedermann was dabei

Doch sprechen wir wieder über das eigentliche Geschäft, die Musik. Von dem Dutzend Lieder ist die eine Hälfte eher rockig-fetzig, also ganz so, wie man Börni am Anfang kannte. Die anderen Songs fallen eher unter die Kategorie Soft-Pop. «Jeder Mensch hat doch verschiedene Seiten.

Das Video zum Song «Trails Of Trouble» von Börnis letztem Album «Fighter»

Das Video zum Song «Trails Of Trouble» von Börnis letztem Album «Fighter»

Mal ist man wild und frech und dann wieder gedankenverloren oder traurig», sagt die Sängerin dazu und spricht von den Emotionen, die sie mit jedem Stück verbinde. Dies widerspiegle sich in den Songs, die im Studio unter Zusammenarbeit mit den Produzenten Fred Hermann und Roman Camenzind entstanden sind.

US-Songwriter hat zwei Songs geschrieben

Fazit: Auf der CD «Plan B» ist für jedermann etwas dabei und Börnis neues musikalisches Ich bleibt weiterhin schwammig. Besonders stolz ist sie auf zwei Songs aus der Feder von Linda Perry: «Too Much» und «The Ladder». Die amerikanische Songwriterin und Musikproduzentin hat zwei der Songs geschrieben, die zu den «ruhigeren» zählen. Perrys Songs zu singen, empfinde Börni als «a huge honor», wie Börni im CD-Booklet schreibt.

Auf den im Booklet abgebildeten Fotos werden Objekte von «Börnis neuem Wind» sprichwörtlich aufgewirbelt. Da fliegen Gitarren und Lautsprecher durch die Luft.

Sie selbst saust schwungvoll ein Treppengeländer hinunter, mit einem Megafon in der Hand. «I declare I don’t care», singt sie und scheint auch sonst einfach ihr Ding durchziehen zu wollen.

Für wen ihre Musik ist, lässt sie offen: «Wem meine Songs gefallen, der soll sie hören.» Mit der coolen Aufmachung und mit den Songs über zerflossene Liebe, Verlassensein oder dem Hauch von Rebellion können sich wohl vor allem Teenager identifizieren.

Wieder ganz die Alte

Nach einem Ausflug in die Welt der Rockluder ist Börni also wieder ganz die Alte – nur etwas erwachsener. «In den letzten zwei Jahren hatte ich Zeit, mich zu entwickeln», sagt sie, die endlich als Musikerin ernst genommen werden will. Und weiter: «Auch mit einem Plattenvertrag wird mir nicht alles in den Schoss gelegt.» Mit «Music Star» ist Börni bekannt geworden und hat mit dem Plattenvertrag das erreicht, was sie wollte. Doch das Etikett «Music Star» bleibt.

Börni die Informatikerin

Obwohl Börni immer noch «ganz normal» als Informatikerin arbeitet, nimmt sie sich viel Zeit für ihre Musik. So hat sie in den vergangenen zwei Jahren gelernt, Noten zu lesen und Klavier und Gitarre zu spielen. So kann sie denn auch bei Live-Auftritten selbst spielen. Denn besonders jetzt mit einem neuen Album sind Konzerte geplant, eventuell zusammen mit einer anderen Band, wie Börni andeutet. Genauere Details könne sie jedoch noch nicht verraten, sagt sie mit einem Seitenblick auf ihren Manager.

Wer mit Börni spricht, dem fällt es schwer zu glauben, dass sie alle Fäden in der Hand hat, wie sie es gern behauptet, und dass «Plan B» wirklich sie selbst ist. Ob das neue Image wirklich das Ihre ist, wird sich in der Zukunft zeigen. Und auch wenn die Zweifler weiterhin brummeln sollten – Börni ist das egal. «Ich mache mein Ding – das kann nicht allen passen.»

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