«In einem guten Blues- oder Rocksolo kommt es nicht darauf an, möglichst schnell Töne zu spielen, entscheidend ist, die richtigen zu spielen!» meinte der Präsident und musikalische Leiter der Konzertreihe Groove Now Patrick Kaiser zu Beginn des Konzerts von Damon Fowler im Volkshaus Basel. Der amerikanische Gitarrist eröffnete mit seinem Konzert die aktuell angelaufene Saison 2016/17 von «Groove Now». Fowler bewies mit seinem Spiel, wie recht Kaiser hatte. Souverän und mit viel Gefühl für Ausdruck und Melodik spielte der Gitarrist seine Solos, wobei jederzeit klar war, dass Fowler sein Instrument beherrscht wie nur wenige.

Hohe Qualität

Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist Damon Fowlers hohe, nasale Stimme. Doch dann der erste langsame Song. Beeindruckend, wie der Sänger das Stück mit emotionaler Glut auflädt und in eine tiefschwarze Soulballade verwandelte. Fowler zu Seite stand als Gast Beth McKee (USA). Mit ihrem quirligen Pianostil und ihrer warmen, flexiblen Stimme setzte McKee einen lebhaften Kontrapunkt zum Gesang und Gitarrenspiel von Fowler. Sensibel für jede dynamische Abstufung Fowlers agierte auch die Rhythmusgruppe mit Bassist Matt Walker und Drummer Justin Headley.

Konzerte dieser Qualität wird es die nächsten Monate noch einige geben. So hat «Groove Now» für den 21. Oktober 2016 die Michael Landau Band im Volkshaus Basel organisiert. Um die stilistische Bandbreite der Band zu vergrössern, wurde als zusätzlicher Gast der US-amerikanische Gitarrist Kirk Fletcher eingeladen. In einem ausserplanmässigen «Special»-Konzert steht am 5. November Lizz Wright auf dem Plan. Die US-amerikanische Sängerin hat sich vor allem als Sängerin von gefälligem Pop-Jazz einen Namen gemacht. «Nicht sehr interessant für uns von Groove Now,» meint dazu Patrick Kaiser. «Jetzt aber hat Lizz Wright eine neue CD heraus gebracht, stilistisch breiter und total gerooted, in der Haltung nahe einer Joni Mitchell oder eines Bob Dylan. Jetzt passt sie hervorragend in unser musikalisches Konzept, sodass wir uns dazu entschlossen haben, sie einzuladen.» Interessant sei auch, dass Lizz Wright zuerst auf «Groove Now» zugekommen sei. «Sie hatte in der Szene viel Positives darüber gehört, sodass sie unbedingt bei uns singen wollte und am 5. November sogar einen Gig in Skandinavien sausen liess, nur um bei uns dabei zu sein», sagt Kaiser.

Weiter geht’s am 25. November mit der Randall Bramblett Band. «Der in Georgia, Alabama geborene Sänger und Pianist ist bei uns in der Schweiz immer noch ein Geheimtipp», sagt Kaiser. »Dabei hat der Mann in Bands wie Sea Level, den Allman Brothers oder Steve Winwood’s Traffic gespielt. Zudem gilt er auch als einer der besten Songwriter des Southern Rock.»

Gigs im Atlantis

Einen ganz besonderen musikalischen Leckerbissen aber serviert «Groove Now» am 27. und 28. Januar des kommenden Jahres. Die Konzertreihe wechselt vom Volkshaus ins Atlantis mit seiner Clubatmosphäre, was der Musik der Konzertreihe sehr entgegenkommt. Für diesen Abend hat Patrick Kaiser eine spezielle Crew von Top Bluesmusikern zusammengestellt. «Wir sind nicht sonderlich an Bands ab der Stange interessiert. Ich bin seit längerem mit dem US-Sänger und Gitarristen Mike Zito befreundet. Ich hatte ihm vorgeschlagen, ein Treffen von Blues Giants mit Sugaray Rayford, Albert Castiglia, Willie J. Campbell, Jimi Bott und ihm, Mike Zito, zu organisieren.»

Zito habe begeistert reagiert, die anderen Musiker seien «Feuer und Flamme» gewesen. So kam die Sache ins Rollen. «Jeder dieser Musiker ist einzigartig, alle zusammen – das wird gigantisch! Nicht ohne Stolz stellen wir fest, dass sich das Projekt unter Veranstaltern europaweit herumgesprochen hat.» Nun versuchten viele, diese Supergroup zu engagieren.