Justiz

Grönemeyer weist Gewaltvorwürfe von angeklagten Journalisten zurück

Er habe seine Sinne zusammengehabt und sei entspannt gewesen, sagte Musiker Herbert Grönemeyer vor Gericht. Zwei Angeklagte haben davor behauptet, am Flughafen Köln/Bonn von dem Sänger angegriffen und verletzt worden zu sein.

Er habe seine Sinne zusammengehabt und sei entspannt gewesen, sagte Musiker Herbert Grönemeyer vor Gericht. Zwei Angeklagte haben davor behauptet, am Flughafen Köln/Bonn von dem Sänger angegriffen und verletzt worden zu sein.

Vor dem Kölner Landgericht hat Herbert Grönemeyer am Mittwoch gegen zwei Journalisten ausgesagt, die wegen falscher Gewaltvorwürfe gegen den Sänger angeklagt sind. Nicht er habe sie, sondern sie hätten ihn angegriffen.

Der 62-Jährige wies mit Nachdruck die Darstellung zurück, er habe 2014 auf Kölns Flughafen einen Übergriff auf die Angeklagten begangen. Vielmehr habe er deren Verhalten wie einen "Anschlag" empfunden. Er fügte hinzu, er habe seine Familie, die mit ihm am Flughafen war, aus der Öffentlichkeit halten wollen und sei vom Verhalten der Angeklagten schockiert gewesen.

Der Fotograf und der Kameramann müssen sich wegen falscher Verdächtigung und uneidlicher Falschaussage im Zusammenhang mit dem Zwischenfall vom Dezember 2014 verantworten. Die 37 und 39 Jahre alten Männer sollen laut Anklage wahrheitswidrig behauptet haben, dass Grönemeyer sie körperlich angegriffen und verletzt habe.

Die falsche Darstellung sollen sie auch in einem Zivilprozess wiederholt haben, den Grönemeyer wegen damaliger Berichte über das Geschehen auf dem Flughafen Köln/Bonn gegen einen Zeitungsverlag führte und 2017 gewann. Nach Begutachtung von Videos und Bildern sahen es die Zivilrichter damals als erwiesen an, dass die Aussagen der beiden Männer nicht der Wahrheit entsprachen.

Auch die Kölner Strafkammer griff bei der Verhandlung am Mittwoch auf entsprechende Dateien zurück. Grönemeyer gab im Zeugenstand zu erkennen, er habe sich von den Angeklagten massiv bedrängt gefühlt. "Das war wirklich ein Anschlag", betonte der 62-Jährige. "Der eine macht vorne zu, der andere macht hinten zu."

Neben einer Videosequenz führte das Gericht am Mittwoch auch Fotos des Geschehens vor, die von dem angeklagte Fotografen stammen und bereits in dem vorangegangenen Zivilverfahren eine Rolle gespielt hatten. Bei der Interpretation einiger dieser Bilder wurden unterschiedliche Sichtweisen bei den beiden Verteidigerinnen der Angeklagten auf der einen und bei Grönemeyer auf der anderen Seite deutlich.

Während die Verteidigerinnen durch entsprechende Fragen an Grönemeyer durchblicken liessen, dass sie die fraglichen Bilder als Beleg für angebliche Schläge des Sängers werten, sagte Grönemeyer im Rückblick auf das damalige Geschehen: "Die Bilder beweisen, dass ich meine Sinne zusammen habe und entspannt bin."

Nach der Zeugenaussage von Grönemeyer will das Gericht im weiteren Prozessverlauf auch die Angeklagten zu den Bildern befragen. Die Kammer habe diesbezüglich "sehr viel Rücksprachebedarf" mit den Beschuldigten, sagte der Vorsitzende Richter Achim Hengstenberg. Ein Urteil in dem Verfahren könnte am Mittwoch kommender Woche fallen.

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