Punkrock

Green Day kehren mit einer Albumtrilogie zurück zu ihren Wurzeln

Green Day bei den MTV Video Music Awards 2012

Green Day bei den MTV Video Music Awards 2012

Was macht eine Band wie Green Day, die mit ihrem eingängigen Punkrock bereits alles erreicht und sogar ein eigenes «American Idiot»-Musical am Broadway hat? Mit «Uno» starten Green Day ihre Albumtrilogie – und wollen damit alte Fans zurückgewinnen.

Der erste Teil der Albumtrilogie erscheint am Freitag unter dem Titel «Uno». «Dos» soll dann am 13.November folgen und «Tré» am 15.Januar 2013. Man habe im Vorfeld über dreissig Songs geschrieben, sagte Frontmann Billie Joe Armstrong (40) kürzlich im US-Fernsehen. Da sei es auf der Hand gelegen.

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Dass auch andere Bands im Proberaum Dutzende Songs schreiben und dann die besten davon aufs Album packen, davon wollen Green Day anscheinend nichts wissen. Ganz die Punkrocker, geht es ihnen nicht primär um die qualitative Kompaktheit. Weniger Punkrock ist, dass die drei Herren mittlerweile so vom Mainstream eingenommen sind, dass sie jeden Schwachsinn mit sich machen lassen. Das geht von Auftritten im Frühstücksfernsehen bis zu Auftritten an Talentshows.

Krachende Mitsing-Hymnen

Mit dem Erfolg wird man aber auch berechnend. Armstrong weiss mittlerweile, was die Fans hören wollen und erfüllt die Wünsche fast schon demütig. So klingt «Uno» wie die klassischen Green Day zu Zeiten von «Dookie» (1994). Songs wie «Stay The Night» und auch «Oh Love» sind krachende Mitsing-Hymnen, die aber nicht jeden melodiösen Bogen überstrapazieren. Wahrscheinlich deshalb, weil den Hitparadenstürmern von den alten Fans mittlerweile ganz offen die Kredibilität aberkannt wird.

Auch «Dos» soll nochmals zeigen, dass Green Day durchaus mehr draufhaben als seichten Pop. Dieses Album sei vor allem von Garage-Rock beeinflusst, sagte Armstrong. Spannend wird sein, wie Green Day danach mit «Tré», das die Band als Finale bezeichnet, auch das Mainstream-Publikum bei Stange halten wollen. Einen so grossen Wurf wie «American Idiot» hat das Trio mit dem dritten Album sicherlich nicht in der Hinterhand, das ist bereits klar. Denn dieses würden die Showbiz-Profis sicherlich nicht mit zwei Vorbote-Alben verwässern. Dennoch braucht es eine Steigerung nach dem eher vorhersehbaren «Uno», wenn die Band die hohen Erwartungen erfüllen will.

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