Melanie C

«Frauen werden auf dumme und ekelhafte Weise unter Druck gesetzt»

Rock Me: Das neue Video von Ex-Spice Girl Mel C

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Ex-Spice-Girl Melanie C (37) hat ihr fünftes Solo-Album «The Sea» veröffentlicht. Darauf finden sich vor allem Popsongs fürs Radio. Im Interview erzählt die Sängerin, was sie inspiriert.

Auf der Single «Think About It» singen Sie: «Bedauere nur die Dinge, die du nicht tust.» Was ist das bei Ihnen?

Melanie C:Ich bin privilegiert, da ich schon so viele tolle Dinge tun konnte. Daher habe ich nichts zu bereuen.

Haben Sie schon etwas bereut, das Sie getan haben?

Jeder wünschte, dass manche Dinge anders ausgegangen wären. Mir ist es jedoch wichtiger, im Moment zu leben und in die Zukunft zu schauen. Die Vergangenheit sehe ich nur als Material, aus dem ich lernen kann.

Was inspiriert Sie?

Die meisten Songs basieren bei mir auf persönlichen Gefühlen und Erfahrungen. Die Single ist jedoch stärker von meiner Fantasie geprägt. Als ich mit Adam Argyle und dem Cutfather-Team in Kopenhagen daran arbeitete, fanden wir es amüsant, über Gedanken zu schreiben, die wir alle haben, wenn wir mit jemandem etwas machen, das man eigentlich nicht tun sollte...

Hat Sie die Geburt Ihrer Tochter vorsichtig werden lassen?

Nein, ich bin sogar sehr mutig und abenteuerlustig. Ich habe zum ersten Mal in einem Musical mitgewirkt, was ich mich zuvor nie getraute, und für das Album mit neuen Leuten zusammengearbeitet und verschiedene Musikstile ausprobiert.

Wie hat sich Ihr Alltag verändert?

Scarlet bereichert mein Leben auf so viele Arten, dass ich es kaum erwarten kann, am Morgen aufzustehen, um sie zu sehen. Natürlich zieht die Mutterschaft auch sehr viel Arbeit und eine grosse, manchmal beunruhigende Verantwortung nach sich, doch die Freuden wiegen das mehr als auf.

Haben Sie den Namen Scarlet gewählt, da Sie «Vom Winde verweht»-Fan sind?

Nein, nicht speziell. Ich mochte ihn schon immer. Nach der Geburt haben wir jedoch geschaut, ob der Name zu ihr passt. Einige Tage nannten wir die Süsse nur Baby Chisholm.

Wie viele «Spice Babys» gibt es eigentlich schon?

Momentan sind es zehn, bald elf. Ich finde es wunderbar zu sehen, wie meine ehemaligen Bandkolleginnen und ich Mütter geworden sind!

Sie haben sich damit am längsten Zeit gelassen. Von wem bekamen Sie die besten Tipps?

Das ist eine sehr individuelle Erfahrung, die jeder selbst machen muss. Trotzdem habe ich von den Girls viele Ratschläge und von allen Besuch bekommen. Im Februar haben wir gemeinsam Scarlets zweiten Geburtstag gefeiert.

Wie wichtig war es Ihnen als ehemaliger Sporty Spice, nach der Geburt schnell wieder in Form zu sein?

Das Letzte, woran ich dachte, war, möglichst rasch in meine alten Kleider zu passen, obwohl die Gesellschaft die Frauen tatsächlich auf dumme und ekelhafte Weise unter Druck setzt. Für mich zählte nur, dass mein Baby und ich gesund waren. Die Pfunde schmolzen glücklicherweise von allein – spätestens, als ich auf die Bühne zurückkehrte.

Erstaunte es Sie, für zwei wichtige Musical-Preise nominiert zu werden?

Da es für jemand mit Pop-Hintergrund besonders schwierig ist, die Londoner Theaterkritiker zu überzeugen, war ich in der Tat verblüfft, dass die Resonanz so positiv war.

Zumal «Blood Brothers» ein sehr dramatisches Stück ist...

Absolut, es ist sehr düster und spielt dort, wo ich herkomme: in Liverpool, das in den 80er-Jahren eine schwere Zeit mit hoher Arbeitslosigkeit durchmachte.

Liverpool ist nicht nur für die Beatles bekannt, sondern auch für den Fussball. Was bedeutet er Ihnen?

Ich habe hobbymässig gespielt, als ich noch jünger war. Jetzt kicke ich nur noch mit meiner Tochter – dafür gewinne ich! (lacht)

Weshalb haben Sie das Album «The Sea» getauft?

Das gleichnamige Lied ist bei der Session mit Richard Stannard, der schon zu den Songschreibern von «Wannabe» und «Viva Forever» angehört hatte, entstanden. Ich bin jeden Morgen vom Hotel eine halbe Stunde dem Meer entlang zu seinem Studio in Brighton spaziert. Da kam ich auf die Idee, dass die CD ebenso kraftvoll wie diese Naturgewalt werden sollte.

Verbringen Sie Ihre Sommerferien am Meer?

Nein, ich verhalte mich eher antizyklisch. Im Winter geniesse ich es, am Stand zu liegen, Sonne zu tanken und schwimmen zu gehen, im Sommer die Berge, wo es auch warm, aber viel ruhiger ist.

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