Konzert
Fanta 4 auf Zeitreise - Die Fantastischen Vier im Hallenstadion

"Vom Old School Stuff zum New Shit": An ihrem Jubiläumskonzert am Mittwochabend nahmen die Fantastischen Vier das Hallenstadion Zürich mit auf eine Zeitreise zu ihren grossen Hits.

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Die Fantastischen Vier im Zürcher Hallenstadion: Smudo, Thomas D und Michi Beck v.l.

Die Fantastischen Vier im Zürcher Hallenstadion: Smudo, Thomas D und Michi Beck v.l.

Keystone

Erstaunt blickte das Publikum im Hallenstadion am Mittwoch Abend um sich, als die Scheinwerfer beim Einsetzen der Musik nicht auf die Bühne zeigten, sondern auf den Zuschauerraum. Da waren sie: Die Fantastischen Vier mitten unter ihren Fans.

Millionen von ihnen haben die deutschen Rapper seit ihrer Gründung 1989 schon begeistert - ins Hallenstadion Zürich waren am Mittwoch Abend 10'500 gekommen. Mitten durch die Menschenmasse bahnten sich Smudo, Thomas D, und Michi Beck Hände abklatschend einen Weg auf die Bühne, wo sie And. Ypsilon an den Turntables erwartete. Dieser Auftakt zeigte bereits, was in der Folge auch das ganze Konzert darstellte: Ein grosses Dankeschön an die Fans.

Ohne die Fantastischen Vier wäre der deutsche Hip-Hop wohl nicht das, was er heute ist - obwohl sie eigentlich gar nie so richtigen Hip-Hop machten.

Da taten sich vor 25 Jahren in Stuttgart vier durchgeknallte Typen zusammen, rappten deutsche Texte über funky Beats, und machten sich dabei über Hip-Hop-Klischees ebenso lustig wie über spiessbürgerliche Nachbarinnen oder sich selbst. Ihr Erfolgsrezept: Spass haben. Dieses zieht auch heute noch, wo ihr Sound schon längst in die Pop-Ecke gehört.

On Stage - Thomas D (links) und Michi Beck.

On Stage - Thomas D (links) und Michi Beck.

Keystone

Kompliment an die Schweizer

Spass hatte sichtlich auch das Publikum, vor allem bei den alten Hits: Bei "Was geht" wippten die Hände auch auf den Sitzplätzen, ein Lichtermeer aus Smartphone-Displays begleitete den "Tag am Meer", und den Refrain von "Sie ist weg" übernahmen die Fans gleich vollends selbst.

Die Vibes stimmten, die Köpfe wippten, und manchmal wurde auch aus voller Kehle mitgesungen, denn natürlich fehlten auch Partykracher wie "Gebt uns ruhig die Schuld" und "Troy" nicht. "Die Schweizer sind ja bekannt für ihre Zurückhaltung - also ich spüre davon nichts!", rief Thomas D in die Halle und erntete begeisterten Applaus.

Hampelmann, Philosoph und Professor

Ja, die Fantastischen Vier boten, was an einem Jubiläumskonzert von ihnen erwartet wurde: einen ausgewogenen Mix aus alten und neuen Hits, eine Reise vom "Old School Stuff zum New Shit", wie Smudo es formulierte. Die Fans kamen, um Geburtstag zu feiern - also auch die eigenen Erinnerungen.

Natürlich ist die Zeit auch an den unzerstörbaren Fantastischen Vier nicht spurlos vorbeigegangen: Aus den jungen Wilden sind inzwischen professionelle Entertainer mit teils angegrautem Haupthaar geworden - bei Rappern ist das eher ungewohnt.

Doch hier wurde nicht versucht, etwas zu sein, sondern einfach genossen, was man ist. Michi Beck hampelte umher wie eh und je, Thomas D liess es sich nicht nehmen, ab und zu den Philosophen rauszuhängen, und Smudo "Der Mikrofonprofessor" rappt noch immer am schnellsten von allen. Das alles wirkte echt.

"Rekord"

Sowieso: Bei einer glänzenden Karriere wie der ihren hätten Fanta 4 wohl längst aufgehört, wenn ihnen die Lust auf das gemeinsame Ding vergangen wäre. Acht Studioalben, insgesamt über sieben Millionen Mal verkauft, etliche Chart-Dauerbrenner, unzählige Live-Auftritte in ausverkauften Stadien, und das während 25 Jahren - das ist rekordverdächtig in der deutschen Musikgeschichte.

"Rekord" heisst denn auch die Jubiläumstournee der Fantastischen Vier und ihr aktuelles Album.

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