Die erste Single des Ex-Shakra-Sängers Mark Fox heisst «Home Again». Sie hätte aber gut auch «Remember It’s Me» heissen können, denn der Berner Rocksänger stand auf der Wunschliste von Gotthard, als diese einen neuen Sänger suchten. «Sie haben mir zwei Songs geschickt, zu denen ich in meinem Studio eigene Gesangsspuren aufgenommen habe», sagt Mark Fox.

Dass sich die Tessiner aber schliesslich für Nic Maeder entschieden haben, stört Fox überhaupt nicht: «Natürlich will man diese Chance nutzen, wenn man bei Gotthard in die engere Wahl kommt, aber eigentlich wollte ich mich um meine eigene Musik kümmern.»

«Home Again»

Diese erscheint nun unter dem Titel «2012» und rockt, wie man sich das aus den alten Zeiten mit Shakra gewohnt ist. «Trotzdem kann auch eine andere Seite von mir entdecken», meint Fox. Er fühle sich heute freier und selbstbewusster als damals, weil er die Zügel endlich selber in der Hand habe. «Es ist nicht alles einfach nur Hardrock, die Song-Strukturen sind verspielter», findet er.

Erfahrene Mitmusiker

Das Spektrum auf «2012» reicht von Alternative Rock («Raise Your Hands») über die Hardrock-Nummer «Anytime», die mit ihrem hymnischen Refrain vor allem live gut funktionieren wird, bis zum countrylastigen «Nothing Without You». Für sein ganz eigenes musikalisches Ausrufezeichen hat Fox erfahrene Mitmusiker um sich versammelt: Ex-Krokus-Bassist Tony Castell unterstützt ihn genauso wie Franky Fersino an der Gitarre, der mit Steve Lee und Leo Leoni bei der Band Krak gespielt hatte, bevor diese Gotthard ins Leben riefen.

«Alle Songs auf diesem Album haben wir zusammen als Band geschrieben», erzählt Fox. «Einer hat den Stein angerollt und alle anderen haben ihn weitergerollt.» Auch das ist ein grosser Unterschied zu den festgefahrenen Strukturen bei Shakra, wo der 33-jährige Sänger meistens vor bereits vollendete Tatsachen gestellt wurde. Wie ist der Berner eigentlich heute auf seine Ex-Bandkumpels zu sprechen? «Es gibt keinen Kontakt, wie haben uns im Moment nichts zu sagen. Aber vielleicht ändert sich das eines Tages wieder. Ich will nicht ewig streiten», sagt er.

Hilfe von Chris von Rohr

Fox hat eigentlich auch keinen Grund mehr, seiner Ex-Band mit Argwohn zu begegnen. Seine Solo-Musik ist auf Augenhöhe mit dem letzten Shakra-Album. Als musikalischen Berater hatte Fox Chris von Rohr an seiner Seite, der in den Neunzigern bereits aus Gotthard eine Hitparaden-Band gemacht hatte. «Ich habe ihm jeweils aktuelles Material geschickt und er hat seine Tipps und Änderungsvorschläge zurückgemailt», sagt Fox. An der Produktion selber sei Chris von Rohr jedoch nicht beteiligt gewesen.

Nun will Mark Fox mit seinen neuen Songs vor allem live auftreten. Dafür sollten noch einige Konzerte mehr gebucht werden als die mageren drei Gigs, die auf der Homepage stehen. «Wir sind dabei», sagt Fox. Klappt das, könnte 2012 zum Fox-Jahr werden.