Mundartrock

«Es ist geil, wieder auf Mundart zu singen»

Baschi mit gewohnt rauchiger Stimme und grosser Klappe.

Baschi mit gewohnt rauchiger Stimme und grosser Klappe.

Fertig Hochdeutsch! Baschi ist wieder zu Hause – auf «Neui Wält», seinem vierten Album, singt er wieder wie im der Schnabel gewachsen ist.

Kennsch mi no oder liäbsch mi scho?», fragt Baschi im ersten Song seines neuen Mundart-Albums «Neui Wält». Ziemlich hochnäsig für einen 24-jährigen Schnösel, der in den letzten Monaten ein bisschen viel vermeintliche Berliner Rockstarluft geschnüffelt hat, mögen die einen oder anderen denken. Aber Baschi kann es sich leisten. Wie alles, was er bis jetzt musikalisch auf die Beine gestellt hat, ist auch das neue Album im oberen Drittel aller Schweizer Mainstream-Veröffentlichungen anzusiedeln.

Baschis neue Single "Din Wäg"

Baschis neue Single «Din Wäg»

Im neuen Album steckt sogar noch mehr Baschi als in den vorgängigen. Denn «Neui Wält» ist das erste Album in der Schweiz, bei dem Sebastian Bürgin nicht mehr auf die hitverdächtigen Melodien von Roman Camenzind, seinem Mentor, zählen konnte. «Eigentlich habe ich nie daran gezweifelt, dass ich ein solches Album nicht auch ohne Roman Camenzind hinkriegen könnte», sagt Baschi selbstbewusst.

Zärtlich bis rockig

Die Songs, die er zusammen mit seinem Gitarristen und neuen Produzenten Philippe Gilles Merk aufgenommen habe, seien seine bisher persönlichsten. «Das Album ist aber auch in der Bandbreite der Songs qualitativ höher einzustufen als meine Alben mit Roman Camenzind», findet Baschi. «Auf den letzten Alben hatten wir immer zwei, drei grosse Hits, und der Rest der Songs waren Füller. Auf ‹Neui Wält› gibt es keine Füller, ich könnte mir jeden Song daraus im Radio vorstellen.»

Gut gebrüllt, Löwe! Aber was hat das neue Album wirklich zu bieten? «Din Wäg», der bereits im Radio rauf und runter gespielt wird, ist eine solide Pop/Rock-Nummer mit intensiver Melodie. «Willkomme Uf Dr Ärde» kämpft mit Pathos, ist aber ein weiteres rockiges Highlight. Auf den Songs «Neui Wält» und «KlubKlub» experimentiert Baschi mit stampfenden Achtzigerjahre-Beats, die live bestimmt funktionieren, auf CD jedoch nicht an die Intensität der ruhigren Lieder herankommen.

«Es rägnet Gold» und «Demo in Berlin» sind gerade wegen der fast zärtlichen Arrangements eine Wucht. Die rauchige Stimme des Baselbieters füllt den Raum mit einer Wärme, die man bis anhin nur von Kuno Launer oder Büne Huber kannte. Baschi wäre der perfekte Schwiegersohn-Typ, zumal er nun auch noch in die Expertenrunde für die Schweizer Auswahl für den Eurovision Song Contests gewählt wurde – wäre da nicht seine grosse Klappe: «Wie ich mein neues Album beschreiben würde? Es ist eine Momentaufnahme meiner Karriere. Gute Musik, schöne Melodien, die Schweiz kann sich darauf freuen.»

Deutsches Album im Frühling?

Nach seinem Ausflug nach Deutschland, wo Baschi in den letzten Monaten sein erstes deutsches Album, «Auf grosser Fahrt», aufgenommen hatte, kommt der 24-jährige Ex-«MusicStar»-Teilnehmer nun mit einem überzeugenden Album wieder zu Hause an. «Nach all den Songs, die ich in letzter Zeit auf Hochdeutsch eingesungen habe, war es richtig geil, wieder einmal in Mundart zu singen», sagt er.

Obwohl sein hochdeutsches Album noch nicht erschienen ist – das deutsche Plattenlabel hat den Termin mehrmals verschoben, nun soll es im Frühling 2011 kommen –, will sich Baschi wieder voll auf die Schweiz konzentrieren.

«Im März planen wir eine Tournee», sagt er. Auch wenn sich die Deutschen Zeit lassen, den Traum vom Erfolg in Deutschland träumt er weiter: «Ich habe zwei, drei coole Sachen im Köcher im Zusammenhang mit dem Release in Deutschland», sagt er sibyllinisch. Er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Baschi dreht den Spiess einfach um und bedient nun einfach zuerst sein Heimpublikum.

Talk und Konzert mit Baschi: Donnerstag, 2.12., 19.30 Uhr im Restaurant Einstein, Aarau. Eintritt frei. Live auf Radio Argovia.

Baschi: «Neui Wält». Universal.

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