Vor einem Jahr war seine Frau gestorben, mit der er mehr als 70 Jahre verheiratet gewesen war. Steinweiss arbeitete seit 1939 für Columbia Records und hatte die Idee, die bis dahin in dicken Packungen kommenden Schallplatten lieber einzeln in grosse dünne Hüllen zu stecken. Und diese sollten mit Motiven bedruckt werden.

"Es war lächerlich, wie Platten damals verkauft wurden", sagte er laut "Times" 1990 in einem Interview: "Die Cover waren aus braunem, beigen oder grünem Papier. Sie waren überhaupt nicht anziehend und ihnen fehlte jeder Verkaufsreiz."

Trotz der Furcht vor höheren Kosten setzte sich seine Idee durch. Steinweiss gestaltete die Platte von George Gershwins "Rhapsody in Blue" ebenso wie die der "Eroica" von Ludwig van Beethoven - deren Verkaufszahlen sich plötzlich verneunfachten. Plattencover gehören längst zur modernen Kultur und nicht wenige wurden legendär.

"Es war eine so einfache Idee, ein Bild mit einer Musik zu verbinden", zitiert die "Times" Paula Scher, die in den siebziger Jahren selbst Plattenhüllen gestaltete: "Wenn man sich die Musiksammlung heute auf dem iPod anguckt, dann guckt man auf die Idee von Alex Steinweiss."