Bei uns nahezu unbekannt wird Dan Fogelbergs "Same Old Lang Syne" noch heute zur Weihnachtszeit von den US-Radiostationen rauf und runter gespielt. Die Ballade - nur die Schlusstakte erinnern an das schottische Volkslied "Auld Lang Syne" - erzählt davon, wie ein Musiker während eines Weihnachtsbesuchs bei der Familie abends in einem Laden seine Jugendliebe wiedertrifft, die ebenfalls über die Feiertage bei den Eltern ist. Sie kauft Eierpunsch, er Schlagrahm für Irish Coffee.

Weil Heiligabend ist und keine Bar offen hat, beschaffen sich die beiden ein Sixpack Bier, setzen sich in den Wagen der Frau und reden über früher und ihr jetziges Leben. Sie ist verheiratet, liebt ihren Mann aber nicht unbedingt, er ist voll ausgelastet mit seiner Musik. Nach zwei Stunden trennen sie sich. "Kurz fühlt er sich wie früher in der Schule und spürt den bekannten Schmerz, doch als er sich umdreht, ist aus dem Schnee Regen geworden."

Lange rätselte man darüber, wer sich hinter der Frau verbarg. Erst nach Dan Fogelbergs Tod 2007 mit erst 56 Jahren gab sie sich zu erkennen als Jill Greulich, geborene Anderson. Als der Song 1980 erschienen war, war sie zwar schon geschieden gewesen, aber sie verschwieg ihre Beteiligung an der Geschichte, um Fogelbergs Ehe nicht zu gefährden.

An der Story von Heiligabend 1975, sagt sie, ist alles wahr bis auf zwei Details: Sie hat grüne und nicht blaue Augen und ihr damaliger Mann war Sportlehrer und nicht Architekt.

Der Laden, den Fogelberg besang, gibt es immer noch. Die Adresse lautet 1302 East Frye Avenue, Peoria, Ill.

https://www.youtube.com/watch?v=dYhMlKzZJnI